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30.06.2010

Vorsicht: Weiterhin gefälschte E-Mail-Abmahnungen im Umlauf

Nachdem vor einiger Zeit vielen Sachsen eine Abmahnung der Kanzlei Kni(e)l in den E-Mail-Postkasten flatterte, kommen diese nun scheinbar von der Kanzlei Nümann + Lang. Die Betroffenen sollen auch in diesen Fällen wegen des Herunterladens von pornografischem Videomaterial und musikalischen Werken 100,00 รข?? per Paysafecard anonym bezahlen. Damit, so verspricht die E-Mail, sollen Hausdurchsuchungen, Gerichtstermine und Schadensersatzansprüche vermieden werden.

"Dies wird nur ein weiterer Versuch sein, mit der Angst der Leute schnell und anonym an Geld zu kommen", informiert Friederike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen. Bis auf die Rechtschreibfehler und mangelhafte Zeichensetzung gleicht die angebliche Abmahnung den Schreiben der Kanzlei Kni(e)l. "Außerdem fallen neben inhaltlichen Ungereimtheiten noch weitere fragwürdige Details auf", so Wagner weiter.

So gibt es in den der Verbraucherzentrale Sachsen bekannten Fällen mehrere Betroffene, aber nur ein einziges Aktenzeichen. Außerdem soll die Zahlung über eine E-Mail-Adresse erfolgen, die nur auf den ersten Blick etwas mit der wirklich existierenden Rechtsanwaltskanzlei zu tun hat. Es handelt sich dabei nach eigenem Bekunden jedoch nicht um die auf Urheberrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei aus Karlsruhe, die tatsächlich "echte" Abmahnungen auf dem Postweg verschickt.

Wer noch nie in Internettauschbörsen illegal Daten heruntergeladen hat, kann aufatmen. Wer es schon getan hat, kann in diesem Fall ausnahmsweise auch aufatmen und die E-Mail kurzerhand löschen. Aber der Warnschuss sollte registriert werden. Bei einer realen Abmahnung wegen einer tatsächlichen Urheberrechtsverletzung kommt man nicht so glimpflich davon. Jedermanns Fazit sollte sein, die persönlichen Daten auch im Internet besser zu schützen, damit derartige Spam-Attacken gar nicht erst vorkommen.

Bei Erhalt einer echten Abmahnung oder Unsicherheiten, ob es sich um eine solche handelt, kann man Rat und Beratung in den Beratungseinrichtungen der Verbraucherzentrale Sachsen erhalten. Erste Orientierung bietet auch das in der Verbraucherzentrale erhältliche Faltblatt "Kalt erwischt mit heißen Rhythmen".

Pressemitteilung der VZ Sachsen

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