Startseite > Redaktion
27.04.2009

Vereinigte Lohnsteuerhilfe gegen Steuererstattung ohne Steuererklärung

Die SPD hat zum Auftakt ihres Bundestagswahlkampfes versprochen, Geld bei Verzicht auf eine Steuererklärung auszuzahlen. 300 Euro pauschal und einheitlich für jeden - das klingt verlockend und gerecht. Kann das wirklich funktionieren?

Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Steuerermäßigungen geschaffen. Beiträge in die Altersvorsorge mit Riester- und Rürup-Verträgen, Aufwendungen für die Kinderbetreuung, Handwerkerrechnungen und andere Dienstleistungen bringen Steuererstattungen. Der SPD-Vorschlag würde diese Anreize zunichte machen, wenn die Arbeitnehmer den Vorschlag annehmen. Damit würde es sich wieder lohnen, den Handwerker ohne Rechnung zu bezahlen und trotzdem 300 Euro Bonus zu kassieren.

Das gilt aber nur, wenn man zur glücklichen Gruppe derer gehört, die keine Steuererklärung abgeben müssen. Denn selbst wenn die Prämie käme, würden längst nicht alle das Geld kassieren können. Sehr viele Arbeitnehmer müssen von Gesetzes wegen eine Steuererklärung abgeben.

Wer zeitweilig arbeitslos war, Elterngeld oder Krankengeld bekam, auf Steuerklasse V oder VI gearbeitet hat oder einen Partner mit Rentenbezug hat, wird gleich doppelt bestraft. Zum einen kommt er weiterhin nicht um den Aufwand für eine Steuererklärung herum und zum zweiten kann er deshalb den 300 Euro Bonus nicht beantragen.

Der Nachteil hat aber auch sein Gutes. Denn in den meisten Fällen gibt es auch bei Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung Geld zurück. Im Durchschnitt rund 1.000 Euro beträgt die Steuerrückerstattung für Mitglieder von Lohnsteuerhilfevereinen, informiert die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) aus Neustadt.

Auch die Finanzverwaltung in Sachsen hat in den vergangenen Jahren rund 600 Euro Erstattung für jede Arbeitnehmersteuererklärung errechnet und damit doppelt so viel wie die versprochene Prämie ausgezahlt. Deshalb ist jeder Arbeitnehmer gut beraten, nicht leichtfertig auf eine Steuererklärung zu verzichten und damit Geld zu verschenken.

Die Prämie wäre deshalb zutiefst ungerecht, würde Leistungs- und Investitionsanreize zunichte machen und zu keiner Steuervereinfachung führen. Die Finanzverwaltung müsste zusätzlich die Anträge auf Bonuszahlungen prüfen und diejenigen auffordern, die eine Steuererklärung abgeben müssen. Profitieren würden Arbeitnehmer, die bisher kaum Steuern zahlen und tatsächlich kaum etwas zurück bekommen.

Das sind aber auch diejenigen, die bisher das Finanzamt in Ruhe gelassen haben. Die Finanzbeamten werden deshalb nicht weniger Arbeit haben, schätzt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe ein. Sie steht dem Vorschlag kritisch gegenüber. "Konsumgutscheine kann man unbürokratischer und gerechter verteilen, wenn man das will und das Geld hat", sagt Jörg Strötzel, Vorstandsvorsitzender der VLH. "Das ist eine politische Entscheidung. Man sollte jedoch nicht Versprechungen machen, die den meisten Steuerzahlern nichts bringen.

Wer die Lohnsteuerzahler wirklich entlasten wolle, solle die hohen und intransparenten Sozialabgaben senken. Dann hätten alle Arbeitnehmer und Familien tatsächlich mehr Netto vom Brutto." Von solch einem Vorschlag ist aus der SPD-Zentrale bisher jedoch noch nichts zu hören.

Pressemitteilung von Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V.

Die Mietkaution richtig anlegen

mietkautionNeben der Vorfreude auf die neue Wohnung bringt ein Umzug vor allem eines mit sich: Kosten. Denn für Renovierungen, Möbel und Maklerprovision hat man oft schon ein paar hundert ode ... weiter

Steuererklärung für 2011 - Das ist neu

Für die Steuererklärung für 2011 gibt es einige Änderungen zu beachten. So können Arbeitnehmer beispielsweise in ihrer nächsten Steuererklärung einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro ... weiter

Produkttests

Im Test: Die Kfz-Versicherung der AllSecur mit Marten
Es ist Herbst in Deutschland und auf den Straßen treibt ein finsterer Gesell sein Unwesen. Die Opfer: Ahnungslose Autos. Denn ganz egal, ob Hagelschaden, Blechschaden oder Diebstahl: Marder Marten hat seine Finger im Spiel. Sein Gegner ist die Kfz-Versicherungsmarke AllSecur. Ob diese auch im richtigen Leben die Oberhand behält, verraten wir Ihnen in unserem Produkttest der Kfz-Versicherung. mehr...

Im Test: Der Direktkredit der SWK Bank
Bei der SWK Bank kann man einen Ratenkredit direkt online bestellen. Innerhalb von 30 Sekunden soll man dabei eine Antwort erhalten, ob man zwischen 1.000 und 50.000 Euro als Kreditsumme erhalten kann. Das Geld würde dann innerhalb von zwei Arbeitstagen auf dem Konto des Antragsstellers sein. Ob sich das Angebot lohnt, erfahren Sie in unserem Produkttest des Direktkredits der SWK Bank. mehr...

Im Test: Das Festgeld der GarantiBank
Bringen vierblättrige Kleeblätter auch Bankkunden Glück? Die Garantibank versucht es auf jeden Fall und setzt den vermeintlichen Glücksbringer nicht nur in ihr eigenes Logo. Auch im Namen der Festgeldanlage findet sich das Kleeblatt wieder. Ob Sie sich bei dieser Geldanlage nur auf ihr Glück verlassen sollten, erfahren Sie in unserem Test des Kleeblatt-Festgeld-Kontos. mehr...

Im Test: Das Top-Zinskonto der Norisbank
Die Norisbank ist eine Tochter der Deutschen Bank und bezeichnet sich selbst als "ersten Qualitätsdiscounter im deutschen Bankenmarkt." Jetzt hat die Norisbank ihren Tagesgeld-Aktionszins noch einmal erhöht. Wir haben uns das Top-Zinskonto der Norisbank genauer angesehen. Ist der Name Programm? Die Antwort auf diese Frage lesen Sie hier in unserem Produkttest. mehr...

Im Test: Das Tagesgeldkonto der Targobank
Die Bäume blühen, die Zinsen steigen. Ist das der Frühling oder das Ende der Sparerkrise? Vielleicht beides. Einige Tagesgeldanbieter schrauben ihre Zinsen sachte nach oben. Zum Beispiel die Targobank. Wir haben uns das Tagesgeldangebot der Targobank einmal genauer angesehen. Unsere Erkenntnisse lesen Sie hier. mehr...

Finanz-Newsletter

Melden Sie sich für den Gratis-Newsletter von forium an!

Ich habe die AGB und Datenschutzerklärung gelesen und bin damit einverstanden.

Ihr Abonnement können Sie entweder auf der Abmeldeseite oder in jedem Newsletter mit einem Klick beenden.