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17.02.2010

TÜV Rheinland: Umgang mit ABS und ESP will gelernt sein

Fahrerassistenzsysteme, die automobilen elektronischen Helfer im Pkw, sind deutlich auf dem Vormarsch. Bereits seit 2004 liefern europäische Autobauer nur noch Fahrzeuge mit Antiblockiersystem (ABS) aus, die bei Vollbremsungen ein Blockieren der Räder unterbinden.

Mittlerweile haben über 80 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Pkw auch das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) an Bord, das in kritischen Situationen das Fahrzeug in der Spur hält und das Risiko von Schleuderunfällen deutlich verringert. Der nächste Meilenstein in der aktiven Sicherheit ist bereits erreicht: "Mit einem Bremsassistenten, der bei einer Notbremsung die maximale Bremsleistung aufbaut, müssen seit November 2009 alle neuen Pkw-Modelle ausgerüstet sein", erklärt Jörg Rimke, Fahrsicherheitsexperte bei TÜV Rheinland. Und ab November 2011 wird ESP in Europa für alle neu entwickelten Autos Pflicht.

Doch der sichere Umgang mit elektronischen Helfern will gelernt sein. Insbesondere jungen Fahrern sowie Umsteigern von älteren Fahrzeugen auf moderne Pkw ist ein Sicherheitstraining nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates zu empfehlen, wie sie etwa TÜV Rheinland in Bornheim bei Köln oder auf dem EuroSpeedway Lausitz anbietet. Unter fachkundiger Anleitung lernen Autofahrer, wie sich ihr Pkw im Grenzbereich verhält - mit und ohne elektronische Assistenzsysteme. Sie erfahren, wie sie sich, andere Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt ihr Fahrzeug möglichst heil aus einer Gefahrensituation bringen. "ESP und Co. Bieten ein deutliches Plus an Sicherheit und können Leben retten, doch eines können sie nicht: Die Fahrphysik bei stark überhöhter Geschwindigkeit außer Kraft setzen", warnt der Experte.

Viele erleben beim Training erstmals, dass bei einer richtigen Gefahrenbremsung das Pedal kräftig ruckelt und so signalisiert, dass sich ABS und ESP aktivieren. Selbst auf schlüpfriger Fahrbahn oder beim Ausweichen bleibt das Auto manövrierfähig. Wer als Fahranfänger oder Oldie-Fan mit einem alten oder klassischen Gefährt unterwegs ist, übt beim Fahrsicherheitstraining eine ganz andere Ernstfall-Routine: Bremsen - Bremse lösen, damit die Räder rollen - lenken und ausweichen - weiterbremsen. Übrigens: Viele Berufsgenossenschaften unterstützen die Teilnahme finanziell, um die Unfallzahlen auf dem Weg von und zur Arbeit oder bei Dienstfahrten zu verringern. Weitere Infos: www.tuv.com, (Suche "Sicherheitstraining") oder gebührenfrei unter der Telefonnummer 0800-84 84 006.

(Pressemitteilung TÜV Rheinland)

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