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22.04.2002

Tagesgeld: Die Direktbank zahlt 4 Prozent Zinsen

Das Webportal Web.de hat gerade eine Kampagne mit der Allgemeinen Deutschen Direktbank (DiBa) vereinbart. 4 Prozent zahlt die Direktbank auf jederzeit verfügbares Tagesgeld , was ein interessantes Angebot in der aktuellen Niedrigzins-Phase ist. Nur der Online-Broker E*Trade toppt den Diba-Zinssatz um ein Prozent.

Die Nachfrage ist enorm. Allein über Web.de wurden innerhalb von 4 Wochen eine fünfstellige Zahl neuer DiBa - Kunden akquiriert. Eine Summe von ca. 1,5 Milliarden Euro sind nach Angaben der DiBa in den vergangenen Monaten von Kunden auf die Vier-Prozent-Konten geflossen. Ende Februar 2002 stieg die Zahl der Kontoinhaber auf eine Million an, was fast doppelt so viele sind wie zu Beginn des Vorjahres. Nach Aussagen des DiBa-Sprechers Ulrich Ott, soll diese Tatsache in erster Linie auf das Tagesgeld -Angebot zurückzuführen sein.



Hohe Zinsen bringen mehr Kunden und zudem verursachen sie mehr Kosten. Mehrere Anbieter von Spitzenzinsen machten schon einmal von sich Reden, wie beispielsweise first-e und moneyshelf. Heute existieren beide nicht mehr, denn die Zinssätze, die den Kunden lange gewährt wurden, waren nach Ansichten von Experten nicht wieder reinzuholen. Als first-e die Zinsen wieder senkte, flossen die Einlagen zu einem großen Teil wieder ab. Aus einer Stellungnahme von Andreas Wimmer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bankinformation und Bankstrategie der Uni Regensburg geht hervor, dass es dem Anbieter an einer Marke gefehlt haben und vor allem an einem Mutterhaus, das mit Kapital und Know-how hätte aushelfen können.



Heute heißen die Zins-Geber DiBa, E*Trade und Patagon. Der Online-Broker E*Trade übertrifft den Diba-Zinssatz um einen ganzen Prozentpunkt. Die fünf Prozent gibt es allerdings nur auf dem Cash-Konto, das zum Depot gehört. Wer sein Geld zu diesem Zins parken möchte, ist gezwungen, gleichzeitig ein Depot zu eröffnen und dafür mindestens 2,50 Euro Depotgebühren im Monat bezahlen. Darüber hinaus wird nur ein maximaler Betrag in Höhe von 20.000 Euro mit fünf Prozent verzinst, für alles darüber gibt es nur drei Prozent. Das reduziert die finanziellen Belastungen des Brokers, denn die Zinskosten sind bei Fünf-Prozent- Tagesgeld schwer zu refinanzieren.



Geld können Banken mit Vier- oder Fünf-Prozent- Tagesgeld nicht verdienen. Die Strategie hinter den verführerischen Angeboten heißt bei Marketing-Fachleuten "Cross-Selling". Das günstige Tagesgeld konto soll den Kunden an die Bank binden, bei der er zukünftig weitere Produkte ordern soll.

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