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08.11.2007

Studie zum Gesundheitssystem: Deutsche sehen düster in die Zukunft - Ablehnung der Gesundheitsreform

Noch nie sahen die Deutschen die Zukunft des Gesundheitswesens so negativ wie heute: Mehr Menschen als je zuvor glauben, heute schon keine ausreichende medizinische Versorgung mehr durch die gesetzliche Krankenversicherung zu erhalten.

Darüber hinaus sind immer mehr der Ansicht, der Großteil der Deutschen sei bereits jetzt schon von der Teilhabe am medizinischen Fortschritt abgeschnitten.

Im Gegenzug ist rund die Hälfte der Bevölkerung davon überzeugt, dass sie heute schon für eine gute medizinische Versorgung zusätzlich viel Geld ausgeben muss.

Dies ist ein Ergebnis der Continentale-Studie 2007 - einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die jährlich von der Continentale Krankenversicherung a.G. in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut tns infratest durchgeführt wird.

Seit 2001 befragt der private Krankenversicherer mit stets gleichen Trendfragen rund 1.200 Deutsche zu ihrer Einschätzung des Gesundheitswesens.

Wenn es um die Zukunft des Gesundheitswesens geht, sinkt das Stimmungsbarometer der Deutschen weiter. Schon seit einigen Jahren sind die Prognosen ausgesprochen negativ, der Anteil der Skeptiker lag bereits nahe 100 Prozent.

In 2007 gab es jedoch einen weiteren Negativruck bei der Zukunftserwartung: Jetzt glauben mehr Menschen als je zuvor, die Situation sei heute schon ausgesprochen schlecht.

So sind 27 Prozent der gesetzlich Versicherten der Meinung, es gebe bereits heute keine ausreichende medizinische Versorgung mehr durch die gesetzlichen Krankenkassen.

51 Prozent sagen, dies werde so kommen. Insgesamt glauben also 78 Prozent der GKV-Versicherten nicht an eine langfristig gesicherte ausreichende medizinische Versorgung durch die GKV.

Diese Zahl entspricht zwar der des Vorjahres - allerdings ist der Anteil derer, die die verschlechterte Situation bereits heute als Realität empfinden, deutlich höher.

Denn 2006 waren nur 20 Prozent dieser Ansicht. Darüber hinaus sind 42 Prozent der GKV-Versicherten der Meinung, eine gute medizinische Versorgung sei schon aktuell nur durch private Vorsorge zu sichern - 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

47 Prozent sagen, dass dies in Zukunft so sein wird. Dass ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitieren wird, glauben 82 Prozent - wobei 34 Prozent davon ausgehen, dass dies heute schon der Fall ist (2006: 31 Prozent).

Besonders negativ sehen die Befragten die Entwicklung der Gesundheitskosten: Mehr als die Hälfte der GKV-Versicherten (54 Prozent) sind überzeugt, heute schon für eine gute medizinische Versorgung über den GKV-Beitrag hinaus viel Geld ausgeben zu müssen. 38 Prozent meinen, dies werde bald der Fall sein.

Neben den düsteren Zukunftsaussichten liegt die Unzufriedenheit der GKV-Versicherten mit dem aktuellen Gesundheitswesen weiter auf hohem Niveau.

Nachdem 2005 und 2006 die Unzufriedenheit mit Preis und Leistung leicht rückläufig war, hat sich dieser Trend 2007 nicht fortgesetzt.

Waren 2006 erstmals wieder mehr als die Hälfte der GKV-Versicherten mit den Leistungen zufrieden, ist der Wert in diesem Jahr wieder auf unter die Hälfte gesunken.

Mit dem Preis sind sogar zwei Drittel unzufrieden. In beiden Punkten sind jeweils diejenigen besonders unzufrieden, die von Leistungseinschränkungen betroffen waren - also Behandlungen und Medikamente nicht erhalten haben oder diese selbst zahlen sollten.

Hier sind 62 Prozent mit den Leistungen unzufrieden und 74 Prozent mit dem Preis. PKV-Versicherte sind hingegen bei beiden Aspekten wesentlich zufriedener - und auch zufriedener als im Vorjahr:

2007 gaben 76 Prozent an, mit den Leistungen zufrieden zu sein; 9 Prozentpunkte mehr als 2006. 56 Prozent sind mit dem Preis zufrieden, 2006 waren es nur 44 Prozent.

Allein aus den genannten Zahlen ließe sich ableiten, dass die Gesundheitsreform in den Augen der Bevölkerung gescheitert ist.

Auf konkrete Nachfrage der Continentale lässt sich dies auch belegen: 83 Prozent der Bevölkerung stimmen der Aussage zu, die Reform sorge nicht für ein zukunftssicheres Gesundheitswesen; daher sollte noch einmal grundlegend nachgedacht und ein wirklich geeignetes Reformkonzept erarbeitet werden.

Nur 16 Prozent sind der Ansicht, die medizinische Versorgung werde sich durch die Gesundheitsreform verbessern. Auch bei den erklärten Zielen der Gesundheitsreform -"Stärkung des Wettbewerbs" und "dauerhaft gesicherte Finanzierung" - erteilen die Deutschen der Politik eine Absage:

58 Prozent sind nicht der Meinung, dass eine Stärkung des Wettbewerbs erfolgt sei; 75 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die Gesundheitsreform nicht zu einer dauerhaft gesicherten Finanzierung führen werde.

Durch diese Einschätzung der Bevölkerung sieht sich Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale, in der Haltung des Unternehmens bestätigt:

"Als privater Krankenversicherer bereiten wir eine Verfassungsbeschwerde gegen die Gesundheitsreform vor. Wie jetzt ganz deutlich wird, vertreten wir dabei keine Mindermeinung einer kleinen Gruppe - im Gegenteil.

Denn die Ergebnisse zeigen: Die Deutschen wollen die Gesundheitsreform in dieser Form nicht. Sie sind mehrheitlich der Meinung, dass sie ihre Ziele nicht erreicht - entsprechend negativ sind die Zukunftserwartungen.

Es wird also Zeit, dass die Politik darauf reagiert und die Reform gründlich überdenkt."

Pressemitteilung der Continentale Krankenversicherung

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