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17.11.2007

Nutzen und Akzeptanz von elektronischen Gesundheitsakten

Startschuss für Barmer Gesundheitsakte. Neues Instrument für persönliches Gesundheitsmanagement und bessere Patienteninformation. Nutzen und Akzeptanz von elektronischen Gesundheitsakten will die Barmer mit einem auf drei Jahre angelegten Forschungsvorhaben untersuchen lassen.

Das erläuterte Deutschlands größte Krankenkasse heute auf der Medica in Düsseldorf. Wir erforschen ein Instrument, mit dessen Hilfe eine Vielzahl heute verstreuter Gesundheitsinformationen gebündelt werden können.

Damit beseitigen wir nicht nur eine Quelle von Intransparenz, wir fördern auch den eigenverantwortlichen Umgang mit Gesundheit bei unseren Versicherten, betonte Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer.

Die Gesundheitsakte steht den sieben Millionen Versicherten der Barmer ab Mitte Dezember offen, sofern sie über einen PC mit Internetanschluss verfügen.

Geleitet wird das Forschungsvorhaben von der Kölner Versorgungsforscherin Dr. med. Hanna Kirchner, die von einem hochrangig besetzten wissenschaftlichen Beirat begleitet wird.

Bisherige Studien beziehen sich auf arztgeführte Patientenakten. Wir wollen erstmals erforschen, welchen Nutzen Versicherte von einer persönlich geführten Akte im Internet haben?- und wie dies ihr Gesundheitsverhalten ändert.

Dabei steht die Unterstützung des Patienten beim gesundheitlichen Selbstmanagement im Vordergrund, erläutert Kirchner.

Die technische Grundlage der Barmer Gesundheitsakte bildet die LifeSensor Technologie der InterComponentWare AG (ICW), Walldorf, die als Technologiepartner des Forschungsvorhabens ausgewählt wurde.

Sowohl der Aktenbesitzer als auch von ihm autorisierte Personen, z.B. Ärzte, können Inhalte in die persönliche Akte des Patienten einstellen und die Gesundheitsinformationen nutzen, beschreibt Peter Reuschel, Vorstandsvorsitzender der ICW, die Flexibilität der Technologie, die den umfangreichen Anforderungen der Barmer am besten gerecht wurde.

Im Idealfall kann die elektronische Gesundheitsakte einen Menschen sein ganzes Leben lang begleiten. Sie wird so zum "elektronischen Gesundheitsgedächtnis" für Familien mit Kindern wie für chronisch kranke Menschen.

Pflegende Angehörige könnten ebenso profitieren wie Teilnehmer an Bonusprogrammen der Barmer oder reiselustige Senioren, die von jedem Ort der Welt aus auf ihre Daten zugreifen wollen.

Geführt wird die Gesundheitsakte allein durch die Versicherten. Daten von Leistungserbringern wie Arztberichte oder Laborbefunde können einfach per Fax oder E-Mail in die Akte übertragen oder direkt hochgeladen werden.

Hier bieten sich Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und allen anderen Leistungserbringern neue Möglichkeiten zu gezielter Patientenorientierung, hob Birgit Fischer hervor.

Zu den von Anfang an nutzbaren Features gehört ein Erinnerungsservice für Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen. Eine Bibliothek bietet einen Schatz an Gesundheitsinformationen, Medikamente werden auf gefährliche Arzneimittelmittelwechselwirkungen geprüft.

Die Gesundheitsakte wird mit der elektronischen Gesundheitskarte kompatibel sein. Weitere Ausbaustufen werden zum Beispiel Daten aus dem Bestand der Barmer übernehmen oder Module für spezielle Bedürfnisse etwa von Müttern und Vätern und ihren Kindern anbieten.

Barmer-Versicherte erhalten die elektronische Gesundheitsakte zu einem Sonderpreis: Mitglieder bezahlen 23,80 Euro pro Jahr, Familienversicherte 11,90 Euro?- das ist nur ein Bruchteil dessen, was sonst für Gesundheitsakten verlangt wird, so Birgit Fischer.

Die elektronische Gesundheitsakte der Barmer wird höchsten Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gerecht.

Die ihr zugrunde liegende Aktenanwendung ist kürzlich zum dritten Mal mit dem Datenschutz-Gütesiegel ips (internet privacy standards) ausgezeichnet worden.

Die Barmer Gesundheitsakte und ihre Nutzer profitieren von diesen hohen Standards, so dass die Gesundheitsakte sorgenfrei genutzt werden kann.

Interessierte Barmer Mitglieder erhalten die Gesundheitsakte ab Mitte Dezember über die Internetseite der Barmer.

Pressemitteilung der Barmer

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