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27.12.2007

Mehr Arbeitslosengeld, weniger Steuern - die Finanzvorschau 2008

Reformen bei Versicherungen, Soziales und Unternehmen

Gesetzliche Versicherungen



Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung fällt 2008 von 4,2 auf 3,3 Prozent des Brutto-Gehalts: Damit bleibt Arbeitnehmern real mehr Geld in der Tasche. Doch ab Juli 2008 wir der Zugewinn wieder geschmälert. Dann wird der Pflegeversicherungsbeitrag um 0,25 Prozent angehoben.



Länger Arbeitslosengeld für Ältere

Erbittert wurde darum gestritten, nun ist es soweit. Ältere Arbeitnehmer bekommen Arbeitslosengeld I nun länger als Junge. Wer über 50 ist bekommt 15 statt 12 Monate, wer über 55 ist 18 Monate und wer über 58 Jahre alt ist sogar 24 Monate. Bezahlt werden soll das Ganze durch angebliche Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit. Langfristig werden wohl die jüngeren Arbeitnehmer diese Sonderleistung bezahlen. Damit ältere die längere Bezugsdauer nicht als Bummelzeit missverstehen, hat sich die Arbeitslosenbürokratie so genannte Eingliederungsscheine ausgedacht. Ob diese Scheine etwas bringen werden, wird sich zeigen.



Unterhaltsrecht

Gute Neuigkeiten für Minderjährige beim Unterhaltsrecht. Sie bekommen Vorrang vor anderen Unterhaltsberechtigten. Sowohl Mütter als auch Väter haben von der Geburt ihres Kindes an drei Jahre lang Anspruch auf Betreuungsunterhalt. Für ehelichen wie unehelichen Nachwuchs. Wer Unterhalt für Kinderbetreuung von einem getrennten oder geschiedenen Partner erhält, wird stärker als bisher angehalten, wieder einen Job anzunehmen.



Gesundheit und Ernährung

  • Die letzte Zigarette: 2008 wird wohl auch als das Jahr der Gesundheit in die Annalen eingehen. In Deutschland ist mit dem Rauchen in Kneipen und Gaststätten nun weitgehend Schluss. Nur noch in getrennten, geschlossenen Räumen, darf sich dann noch eine Zigarette gönnen. Noch unterscheiden sich die Regelungen aber von Bundesland zu Bundesland. Vor allem in Bayern wird es im September spannend werden zu sehen, wie weit das Raucherverbot auch in den Bierzelten beim Oktoberfest befolgt wird.
  • Gesundheitsreform schreitet voran: Die nächsten Schritte der Gesundheitsreform folgen im Januar, Juli und November. Unter anderem sollen Arzneimittelrabattverträge den Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenversicherungen fördern. Die Krankenkassen können mit Pharmaunternehmen Preisnachlässe auf Medizin vereinbaren. Zudem werden neue Früherkennungsmaßnahmen in den gesetzlichen Leistungskatalog aufgenommen: der Chlamydien-Test für Frauen bis 25 und das Hautkrebs-Screening für alle ab 35.

Versicherungsrecht

Fast 100 Jahre ist es alt, das Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Zu Beginn 2008 wurde es nun gründlich reformiert. Versicherungen müssen nun potenzielle Kunden vor dem Abschluss einer Versicherung über das Produkt und die genauen Bedingungen informieren. Handelt ein Versicherter bei der Bearbeitung seines Antrags grob fahrlässig gehandelt, geht er künftig nicht mehr leer aus, sondern erhält zumindest noch einen angemessenen Teil seiner Leistung. Das neue VVG hält viele weitere positive Veränderungen für Kunden bereit. Zum Beispiel verkürzte Laufzeiten bei Verträgen, ein eingeschränktes Rücktrittsrecht der Gesellschaft, die Erstattung von Prämien oder gründliche Informationen mithilfe von Modellrechnungen. Auch soll der Kunde mehr an den so genannten stillen Reserven der Versicherer beteiligt werden. Eine verbraucherfreundlichere Ära beginnt!



Unternehmenssteuerreform

Mit der Unternehmensteuerreform will die Bundesregierung den Standort Deutschland für Unternehmen steuerlich attraktiver machen. Viele Steuersätze wie die Körperschaftssteuer für Kapitalgesellschaften sinken erheblich.



Finanzdienstleistungen: Bezahlen mit Karten wird in Europa einfacher

Die Bankkunden in Europa sollen die Karten zu ihrem Girokonto besser als bisher einsetzen können. Sowohl bei Geldautomaten als auch an den Kartenterminals in Geschäften. Deshalb schließen sich die die Kartensysteme verschiedener Länder zum so genannten EAPS (European Alliance of Payment Schemes) zusammen. Bis 2009 soll dann ein einheitlicher europäischer Zahlungsraum geschaffen werden, die so genannte "Sepa" (Single European Payment Area). Ab Ende Januar 2008 sollen daher in Deutschland Sepa-Überweisungen möglich sein. Verbraucherschützer kritisieren die ihrer Meinung nach noch mangelnde Sicherheit beim internationalen Datenaustausch und raten erst einmal zur Vorsicht. Mehr dazu demnächst bei www.forium.de.

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