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23.01.2007

Medizin aus dem Netz

ph_versandapotheken.jpgInternet-Apotheken locken mit günstigen Preisen und Zuzahlungsrabatten. In Zeiten hoher Arzneikosten eigentlich ein großes Plus. Dennoch gehen die meisten zum Apotheker um die Ecke. Wann der Einkauf im Netz lohnt und was dabei zu beachten ist, lesen Sie hier.

 

Medikamente preiswert online

Fast 1.500 zugelassene Versandapotheken stehen den Kunden zur Auswahl, doch ihr Anteil am gesamten Apothekenumsatz ist noch sehr gering. "Unser typischer Kunde ist weiblich, über 50 und chronisch krank", sagt Kerstin Kilian von der Versandapotheke Zur Rose.



"Bei uns bestellen vor allem Patienten mit einem planbaren Arzneibedarf. Also solche, die alle ein, zwei Monate ein neues Rezept bekommen. Für akut Kranke macht es keinen Sinn, ein paar Tage auf die Medikamente zu warten", ergänzt sie. Sind Versandapotheken also nur für chronisch Kranke interessant?



Nein, denn vor allem bei rezeptfreien Medikamenten kommt das Sparpotential von bis zu 30 Prozent zum Tragen. Die niederländischen Anbieter DocMorris, Europa-Apotheek & Co. werben bei rezeptpflichtigen Arzneien zusätzlich mit ermäßigter Zuzahlung. Deutsche Versender wie Mycare oder Zur Rose können mit den Holländern preislich nicht ganz mithalten.



Das liegt zum einen an der höheren Mehrwertsteuer und zum anderen an der strengen deutschen Arzneimittelgesetzgebung. "Wir dürfen bei rezeptpflichtigen Arzneien keine Preise verhandeln und auch keinen Rabatt auf die Zuzahlung anbieten", erläutert Kilian.



Wer nur eine Packung Aspirin oder Paracetamol braucht, ist beim Apotheker um die Ecke besser bedient. Bei den vielen Online-Anbietern sind diese zwar günstiger als die Hersteller-Preisempfehlung. Doch die Versandkosten von vier bis sechs Euro machen die Ersparnis meist wieder zunichte.



Und bei einer Lieferzeit von mindestens zwei bis drei Tagen sind die Kopfschmerzen wahrscheinlich schon von selbst vergangen. Bei größeren Bestellmengen allerdings entfallen bei allen Anbietern die Versandkosten. "Viele bestellen zusammen mit den Nachbarn oder der Familie, um die Versandkosten zu sparen", sagt die PR-Chefin der Versandapotheke Zur Rose.



Die gesetzliche Zuzahlung von fünf bis zehn Euro je Präparat kann bisher nur bei ausländischen Apotheken rabattiert werden. Ein Patient, der monatlich beispielsweise vier verschiedene Medikamente braucht, kann bei DocMorris die halbe Zuzahlung sparen. Bei vier Packungen sind das zwischen 10 und 20 Euro. Haben sich 30 Euro angesammelt, wird der Betrag aufs Konto überwiesen.

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