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11.12.2006

Kostenfalle Pflegefall umgehen

Trotz der für 2007 geplanten Reform der Pflegeversicherung ist die private Vorsorge für Verbraucher wichtiger denn je. Es gibt einige Punkte, die man hierzu beachten sollte.

"Wer im Fall der Pflegebedürftigkeit über ausreichend Kapital verfügen und für seine Angehörigen nicht zum finanziellen Risiko werden möchte, muss frühzeitig privat vorsorgen", rät Frank Lies von Delta Lloyd. Denn trotz der von der Bundesregierung geplanten Reform könne die gesetzliche Pflegeversicherung bei weitem nicht die vollen Kosten für die Betreuung zu Hause oder im Heim übernehmen.



Für die Differenz müssen der Betroffene oder seine Angehörigen aufkommen. Nach Berechnungen von Delta Lloyd sammeln sich schon bei der Pflegestufe II über die durchschnittliche Pflegedauer von 8,2 Jahren Mehrkosten für eine Unterbringung in einem Pflegeheim von knapp 100.000 Euro an, die privat getragen werden müssen. Denn bei monatlichen Kosten von etwa 2.250 Euro übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur 1.279 Euro - der Rest von 971 Euro geht zu Lasten des Betroffenen.



Obwohl sich 40 Prozent der Bundesbürger nach einer Umfrage von Delta Lloyd dieses Kostenrisikos bewusst sind, sorgen nur etwa 900.000 der bundesweit 37 Millionen Pflichtversicherten bereits privat vor.



Grundsätzlich können Verbraucher zwischen drei Varianten für die private Pflegevorsorge wählen: Pflegerentenversicherungen, Pflegetagegeld- und Pflegekostenversicherungen. "Wichtig ist, dass die Versicherung auch schon bei Pflegestufe I leistet und dass die Beiträge möglichst stabil sind", erläutert Lies.



Darüber hinaus gilt es zu prüfen, wie umfangreich die Leistungen der Versicherung tatsächlich sind. Wichtig ist zum Beispiel, ob auch bei Demenz gezahlt wird. Denn hier ist die Betreuung sehr zeitaufwändig, sie wird jedoch von der gesetzlichen Pflegeversicherung in den meisten Fällen nicht abgedeckt. Stabile Beiträge bieten vor allem Pflegerentenversicherungen.



Weiterer Vorteil dieser Variante: Im Pflegefall muss der Betroffene keine Beiträge mehr zahlen und erhält eine monatliche Rente. Bei einer Pflegekostenversicherung oder einer Tagegeldversicherung sind die Beiträge jedoch meist lebenslang fällig. Zudem können die anfangs niedrigen Beiträge - ähnlich wie bei einer privaten Krankenversicherung - jährlich erhöht werden.

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