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07.10.2009

Keine steigenden Kosten wegen Gesundheitsfonds

Alterungsbedingt steigen die Behandlungskosten, nicht durch den Gesundheitsfonds Berlin. "Es bringt nichts, auf selbsternannte Wunderheiler zu hören, die den Gesundheitsfonds als Mutter aller Kostensteigerungen verkleiden und zum Scheiterhaufen führen wollen." Dies erklärte jetzt Jürgen Graalmann, Vorstandsvize des AOK-Bundesverbandes, zum "Krankmacher"-Artikel des Spiegel in der Ausgabe von heute. Graalmann: "Alterungsbedingt steigen die Behandlungskosten, nicht durch den Gesundheitsfonds. Und die Honorarzuwächse von rund 10 Milliarden Euro für niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser haben auch nichts mit dem Fonds zu tun. Statt den Fonds zu verteufeln, muss man zusehen, wie man den wachsenden medizinischen Behandlungsbedarf und die dadurch steigenden Behandlungskosten für eine älter werdende Gesellschaft nachhaltig finanziert." Niemand sollte sich vorgaukeln, mit der Abschaffung des Gesundheitsfonds könne man sich quasi per Wunderheilung endgültig aller Kostensteigerungen im Gesundheitswesen entledigen. Für die medizinische Versorgung in Deutschland wäre solcher Wunderglaube verhängnisvoll. Graalmann weiter: "Nach der aktuellen Morbiditätsprognose des Fritz-Beske-Instituts ist wegen der Bevölkerungsalterung mit einer erhöhten Erkrankungsrate zu rechnen, so z.B. bei den Oberschenkelhalsfrakturen bis 2030 mit einer Fallzahlsteigerung um 42%. Die Zunahme der so genannten Morbidität bedingt einen funktionierenden Wettbewerb um eine wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Behandlung. Das garantiert seit Jahresbeginn der Gesundheitsfonds. Ihn jetzt wieder abzuschaffen, hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten." Graalmann kritisierte weiter, dass niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten von interessierter Seite unterstellt werde, sie würden die Krankheitsbefunde ihrer Patienten absichtlich überzeichnen, um so mehr Geld von den Krankenkassen zu erhalten. Ebenso abstrus seien Unterstellungen gegenüber Krankenkassen, die darauf drängen, dass Ärzte Krankheiten korrekt dokumentieren, damit das Geld aus dem Gesundheitsfonds zielgenau dorthin gelangt, wo es für die Behandlung von Kranken tatsächlich gebraucht wird. Graalmann: "Versicherte gesund zu erhalten oder wieder gesund zu machen, ist und bleibt unser zentrales Anliegen." Auch lasse sich der Gesundheitsfonds nicht über den Morbi- RSA "ausplündern" wie der Spiegel fälschlich behaupte. Sollten wirklich Versicherte fälschlich zu Kranken deklariert werden, dann würden die durchschnittlichen Kosten einer Krankheit pro Patient sinken, weil die falsch deklarierten Kranken ja nicht die Behandlungs- und Arzneimittelkosten der tatsächlich Kranken verursachen. Die Folge wäre, dass die Krankenkassen dann für die tatsächlich anfallenden Behandlungen zu wenig Geld erhielten. Leidtragende solcher Fehler wären Versorgerkassen wie die AOK mit vielen Kranken, da sie dann für die einzelnen Kranken zu wenig Geld bekommen. Anders als man von interessierter Seite glauben machen wolle, habe daher gerade die AOK auf Grund der Funktionsweise des Gesundheitsfonds nicht das geringste Interesse an fälschlich als krank verzeichneten Versicherten. Außerdem habe bereits heute das Bundesversicherungsamt das gesetzlich verbriefte Recht, bei falschen Krankheitsdaten Zahlungen aus dem Fonds zu kürzen. Zu Wunderheiler-Ratschlägen, den Gesundheitsfonds abzuschaffen, passe natürlich auch nicht die Tatsache, dass alle Zahlungen aus dem Risikostrukturausgleich im Gesundheitsfonds derzeit als Abschlagszahlungen fließen, über die erst im Herbst 2010 genau und unter Bereinigung von Fehlern abgerechnet werde. Graalmann appellierte daher an die Politik, derartige Wunderheiler- Ratschläge nicht zu beachten. Graalmann: "Wesentliche Bestimmungen des Gesundheitsfonds sind nun gerade einmal 9 Monate in Kraft. Bevor man hier überstürzt und schlecht beraten Änderungen vornimmt, ist es für die Patienten wie für die Beitragszahler besser, erst einmal die positiven und wettbewerbsverstärkenden Effekte des Gesundheitsfonds sich entfalten zu lassen." (Pressemitteilung der AOK)

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