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01.11.2010

Jeder vierte Beschäftigte leidet unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen

Gesunde Arbeitsbedingungen stehen für die meisten Beschäftigten in Deutschland an vorderer Stelle. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse bundesweiter Mitarbeiterbefragungen durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Die Untersuchung bestätigt den Trend, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz zunehmen.

Die notwendige ständige Aufmerksamkeit und Konzentration bei der Arbeit wird als stark belastend empfunden. Knapp 30 Prozent der Befragten klagen über Termin- und Leistungsdruck. Nahezu jeder vierte Mitarbeiter leidet ständig oder häufig unter Kopfschmerzen und Schlafstörungen. "Zwar spielt die Belastung durch schwere körperliche Arbeit nach wie vor eine große Rolle", sagt Autor Klaus Zok vom WIdO. "Aber sieben von zehn am meisten genannten Belastungen beziehen sich auf psychische Faktoren." Der WIdO-Analyse liegen die Aussagen von knapp 30.000 Beschäftigten aus 147 Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen aller Wirtschaftszweige zugrunde.

"Häufig ist es eine Kombination verschiedener Belastungen, die mit besonderen Risiken für die Gesundheit der Arbeitnehmer verbunden ist", erläutert WIdO-Autor Klaus Zok das Ergebnis seiner Analyse. "Aus den uns vorliegenden Daten geht klar hervor, dass jeder Zweite die zehn häufigsten gesundheitlichen Probleme mit seinem Arbeitsplatz in Verbindung bringt. Das gilt insbesondere für Beschwerden über Rückenschmerzen, Stresssymptome oder Befindlichkeitsstörungen wie Reizbarkeit, Nervosität und Unruhe."

Bei den Angaben zu akuten gesundheitlichen Problemen dominieren Rückenschmerzen (37,1 Prozent) und Verspannungen (35,4 Prozent). Gleich danach folgen psychovegetative Beschwerden. Am häufigsten genannt werden Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung (30,1 Prozent). Nahezu jeder vierte befragte Mitarbeiter leidet ständig oder häufig unter Kopfschmerzen (24,6 Prozent) und/oder Schlafstörungen (23,4 Prozent).

Frauen berichten laut WIdO-Analyse fast doppelt so häufig wie Männer über Verspannungen, Kopfschmerzen und Probleme mit dem Kreislauf. "Frauen benennen im Vergleich zwar generell weniger Arbeitsbelastungen als ihre männlichen Kollegen", so Zok, "gleichwohl geben sie deutlich häufiger gesundheitliche Beschwerden an."

Beschäftigte aus der Gesundheits- und Sozialbranche, im Handel und im privaten Dienstleistungssektor fühlen sich laut WIdO-Analyse deutlich stärkeren Belastungen ausgesetzt als Mitarbeiter aus dem öffentlichen Sektor oder aus Verwaltungsberufen.

Die Mehrheit der Beschäftigten, die im Rahmen einer betrieblichen Mitarbeiterbefragung gesundheitliche Beschwerden angegeben haben, ist der Auffassung, dass gezielte Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb ihre Beschwerden verringern könnten. Sie favorisieren - unabhängig von Alter und Geschlecht - arbeitsplatzbezogene Rückenschulungen (47,3 Prozent) und Angebote zur Stressbewältigung bzw. Entspannung (43,3 Prozent).

Mitarbeiterbefragung als Frühwarnsystem

Bei der Verbesserung der Arbeitsplatzgesundheit setzen immer mehr Unternehmen auf eine direkte Befragung ihrer Beschäftigten. "Das Instrument der Mitarbeiterbefragung ist ein Frühwarnsystem und liefert konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen. Es ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Service `Gesunde Unternehmen´, mit dem die AOK bundesweit die betriebliche Gesundheitsförderung in Firmen, Dienstleistungsunternehmen und Behörden unterstützt", erläutert Klaus Zok. "Werden die aus Mitarbeiterbefragungen gewonnenen Erkenntnisse anschließend im Unternehmen thematisiert und umgesetzt, hat das einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und führt zu sinkenden Krankenständen."

Für die Durchführung von Mitarbeiterbefragungen hat das WIdO in Zusammenarbeit mit ausgewählten Betrieben (Betriebsärzten, Personalleitern und Betriebsräten) einen umfassenden Fragenkatalog erstellt. Daraus können die Firmen gemeinsam mit den Experten der AOK einen individuell auf das Unternehmen zugeschnittenen Fragebogen zusammenstellen. Das WIdO erfasst die Daten, wertet sie aus und erstellt Ergebnisberichte.

Der Fragenkatalog wird in regelmäßigen Abständen überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen angepasst. Das betrifft zum Beispiel Themen wie psychosoziale Belastungen (Burnout), Fragen des Gleichgewichtes zwischen Arbeit und Freizeit (Work-Life-Balance) oder die besonderen Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung durch eine zunehmend älter werdende Belegschaft.

Pressemitteilung Wissenschaftliches Institut der AOK

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