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17.10.2011

In Bremen schrumpfen die Sparkonten weiter

Von allen Menschen in Deutschland haben die Hessen am meisten Geld in klassischen Sparanlagen angelegt. Das hat die Postbank in einer Studie ermittelt. Mit 33.230 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Tagesgeldkonten und in Festgeldern verfügten sie 2010 über knapp 15.000 Euro mehr als der durchschnittliche Bundesbürger, der nur 18.322 Euro sein Eigen nennt. Mit knapp 10.000 Euro weniger Sparguthaben als die Hessen folgen auf Platz zwei die Hamburger, die 23.338 Euro auf die hohe Kante gelegt haben. Platz drei belegen mit 21.820 Euro die Bayern. Für die Schwaben, denen die sprichwörtliche Sparsamkeit ja vorauseilen soll, hat es 2010 mit 20.400 Euro nur zu Platz vier gereicht. Bereits 2009 (31.536 Euro) und 2008 (29.062 Euro) hatten die Hessen die höchsten Sparguthaben aller Deutschen. Sie konnten ihr Sparvermögen 2009 um 2.474 Euro und 2010 um 1.694 Euro jeweils deutlich erhöhen. 2010 wuchsen die Einlagen in klassischen Sparanlagen in allen Bundesländern. Nur die Bremer mussten zum zweiten Mal in Folge Geld von der hohen Kante holen. Ihre Guthaben schmolzen 2010 um durchschnittlich 48 Euro, 2009 sogar um 636 Euro.

Am wenigsten haben immer noch die Bürger in den neuen Bundesländern zurückgelegt. Sie verfügen nur über rund ein Drittel des finanziellen Polsters von Spitzenreiter Hessen (33.230 Euro). Damit belegen die neuen Bundesländer nach wie vor die fünf letzten Tabellenplätze. Spitzenreiter unter den neuen Bundesländern ist Sachsen (11.619 Euro). In Mecklenburg-Vorpommern haben die Menschen nur 9.603 Euro in klassischen Sparanlagen investiert. Allerdings stiegen die Sparguthaben in allen ostdeutschen Ländern moderat.

Hessen

Einlagen* 2009: 31.536

Einlagen* 2010: 33.230

Veränderung 2008 zu 2009: 2.474

Veränderung 2009 zu 2010: 1.694

Hamburg

Einlagen* 2009: 22.300

Einlagen* 2010: 23.338

Veränderung 2008 zu 2009: 793

Veränderung 2009 zu 2010: 1.038

Bayern

Einlagen* 2009: 21.305

Einlagen* 2010: 21.820

Veränderung 2008 zu 2009: 262

Veränderung 2009 zu 2010: 515

Baden-Württemberg

Einlagen* 2009: 19.864

Einlagen* 2010: 20.400

Veränderung 2008 zu 2009: 892

Veränderung 2009 zu 2010: 536

Berlin

Einlagen* 2009: 17.655

Einlagen* 2010: 19.688

Veränderung 2008 zu 2009: 1.444

Veränderung 2009 zu 2010: 2.032

Rheinland-Pfalz

Einlagen* 2009: 16.894

Einlagen* 2010: 17.685

Veränderung 2008 zu 2009: 502

Veränderung 2009 zu 2010: 791

Bremen

Einlagen* 2009: 17.644

Einlagen* 2010: 17.595

Veränderung 2008 zu 2009: -636

Veränderung 2009 zu 2010: -48

Saarland

Einlagen* 2009: 15.831

Einlagen* 2010: 16.552

Veränderung 2008 zu 2009: 636

Veränderung 2009 zu 2010: 721

Schleswig-Holstein

Einlagen* 2009: 15.457

Einlagen* 2010: 16.177

Veränderung 2008 zu 2009: -512

Veränderung 2009 zu 2010: 720

Nordrhein-Westfalen

Einlagen* 2009: 15.642

Einlagen* 2010: 16.097

Veränderung 2008 zu 2009: 84

Veränderung 2009 zu 2010: 455

Niedersachsen

Einlagen* 2009: 15.310

Einlagen* 2010: 15.826

Veränderung 2008 zu 2009: 591

Veränderung 2009 zu 2010: 516

Sachsen

Einlagen* 2009: 11.293

Einlagen* 2010: 11.619

Veränderung 2008 zu 2009: 19

Veränderung 2009 zu 2010: 326

Thüringen

Einlagen* 2009: 10.347

Einlagen* 2010: 10.711

Veränderung 2008 zu 2009: 164

Veränderung 2009 zu 2010: 364

Sachsen-Anhalt

Einlagen* 2009: 9.911

Einlagen* 2010: 10.218

Veränderung 2008 zu 2009: 83

Veränderung 2009 zu 2010: 307

Brandenburg

Einlagen* 2009: 9.464

Einlagen* 2010: 9.937

Veränderung 2008 zu 2009: 392

Veränderung 2009 zu 2010: 472

Mecklenburg-Vorpommern

Einlagen* 2009: 9.309

Einlagen* 2010: 9.603

Veränderung 2008 zu 2009: 183

Veränderung 2009 zu 2010: 294

Deutschland gesamt

Einlagen* 2009: 17.661

Einlagen* 2010: 18.322

Veränderung 2008 zu 2009: 527

Veränderung 2009 zu 2010: 660

Quelle: Deutsche Bundesbank und eigene Berechnungen

* Sichteinlagen, Termingelder und Sparbriefe pro Kopf in Euro ohne langfristige Termineinlagen und Bausparguthaben

Sparquote wird wieder sinken

Seit dem Jahr 2000 ist die Sparquote in Deutschland bis 2008 kontinuierlich gestiegen. Die Deutschen haben also einen immer größeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens in klassische Sparprodukte, Fonds, Aktien und Versicherungen angelegt. Im Jahr 2008 erreichte die Sparquote nach Berechnungen der Bundesbank mit 11,7 Prozent ihren vorläufigen Höhepunkt, das bedeutet, dass von hundert Euro verfügbarem Einkommen 11 Euro und 70 Cent zur Seite gelegt wurden. Damals sorgte die Finanzkrise und die dadurch gestiegene Unsicherheit in der Bevölkerung für einen deutlichen Anstieg der Sparneigung. Ein Jahr später war die Abwrackprämie der Grund für den ersten Rückgang der Sparquote seit dem Jahr 2000. Viele nutzten den staatlich geförderten Neuwagenkauf, was zu Lasten der gesamtwirtschaftlichen Sparquote ging.

Zwar stieg diese 2010 wieder leicht an, doch rechnen die Volkswirte in den kommenden Jahren mit einer sinkenden Sparquote. Denn es zeichnet sich ab, dass die Inflationsrate überdurchschnittlich hoch ausfällt. Das bedeutet, dass ein Teil des verfügbaren Einkommens durch steigende Preise aufgezehrt wird und somit weniger Geld gespart werden kann. Mit der von der Postbank erwarteten Sparquote von 11,1 Prozent für 2011 und 10,5 Prozent für 2012 bleibt das Niveau jedoch vergleichsweise hoch.

Deutsche Sparquote (in % des verfügbaren Einkommens)

Jahr 2005 Sparquote 10,7

Jahr 2006 Sparquote 10,8

Jahr 2007 Sparquote 11,0

Jahr 2008 Sparquote 11,7

Jahr 2009 Sparquote 11,1

Jahr 2010 Sparquote 11,3

Jahr 2011* Sparquote 11,1

Jahr 2012* Sparquote 10,5

* Prognose Postbank

Pressemitteilung der Postbank

festgeld-Index (Berechnung)

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