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23.04.2010

IKK e.V. fordert Verbesserung der Pflege

Die Prozesse der Pflege in Deutschland zu verbessern, ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die künftige Gestaltung der Pflege- und Gesundheitspolitik hierzulande und eine gesellschaftspolitische Aufgabe ersten Ranges. Diese Auffassung vertrat Rolf Stuppardt, Geschäftsführer des IKK e.V. anlässlich einer Diskussionsveranstaltung des Deutschen Krankenhausinstitutes am 21. April in Berlin.

Die Zahl der gegenwärtig rund 2,2 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werde sich in absehbarer Zeit verdoppeln. Hier gehe es nicht nur um Geld und Finanzierung, sondern in erster Linie vor allem darum, dem wachsenden Anstieg alter Menschen bei gleichzeitiger Abnahme der jüngeren Generation ein pflegepolitisch ganzheitliches Konzept in der Praxis entgegenzusetzen, so Stuppardt. Ziel sei eine Abkehr von den derzeit geltenden funktionalen Versorgungs- und Bewertungskriterien zu einer pflegerischen Versorgung, die prozess- und ressourcenorientiert ist.

"Eine moderne und im Grunde reiche Gesellschaft, wie die Bundesrepublik, wird sich daran messen lassen müssen, wie sie sich individuell und solidarisch um die Belange der Pflegebedürftigen sorgt", sagte Stuppardt. Es bedarf nach Ansicht des Geschäftsführers nicht nur einer gesetzgeberischen Initiative nach mehr Integration und ihrer vertraglichen Ausgestaltung, sondern auch einer umfassenden kommunikativen Ausrichtung aller Verantwortlichen, die den Präventionsgedanken in der Gesellschaft, wie in der Pflege gleichermaßen maßgeblich verankert.

"Wir benötigen dringend eine breitere Anerkennung und Wertschätzung der ganzheitlichen pflegerischen Aufgaben. Hier sind Politik, Leistungsanbieter, Krankenkassen und Sozialträger, aber auch die Bildungsinstitutionen gemeinsam gefordert", so Stuppardt. Die meisten Menschen würden in aller Regel zu Hause und in privater Atmosphäre selbstbestimmt leben wollen -, auch wenn sie pflegebedürftig sind. Dies erfordere die Förderung eines professionellen Dienstleistungsverständnisses, in dem alle Aspekte des Kümmerns, der Würde, der individuellen Förderung und des professionellen Managements zum Tragen kommen.

Nicht die konsumtive "Rundum-Vollversorgung" ist nach Aussage von Stuppardt das Ziel, sondern das lebenspraktische Austarieren einer gemeinsamen Anstrengung von Familien und sozialem Umfeld, von Gesundheits-, Sozial- und Kommunaleinrichtungen. Nicht sektorale und ressortmäßige Abgrenzungen seien gefragt, sondern die effektive und effiziente integrierte Versorgung mit qualitativ akzeptablen Zuwendungen. Stationäre und ambulante Pflege müssen nach Einschätzung des Geschäftsführers des IKK e.V. besser verzahnt und der Ausbau alternativer Wohn- und Betreuungsformen gestärkt werden. "Bei all dem steht die Qualität immer ganz vorn", sagt Stuppardt.

Über den IKK e.V.:

Der IKK e.V. ist die Interessenvertretung von Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren mehr als 4,5 Millionen Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Dem IKK e.V. gehören die BIG direkt gesund, die IKK Brandenburg und Berlin, die IKK classic, die IKK gesund plus, die IKK Nordrhein und die SIGNAL IDUNA IKK an.

(Pressemitteilung IKK e.V.)

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