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02.10.2003

Hedge-Fonds mit Haken

Sie versprechen zweistellige Renditen. Enorme Zugewinne - auch wenn es mit der Börse mal bergab geht - prognostizieren Manager von Hedge-Fonds. Ab 01.01. 2004 dürfen auch deutsche Finanzinstitute diese Geldanlage anbieten. Die Schattenseite des mystischen verklärten Investments ist ein enormes Risiko - bis hin zum Totalverlust des angelegten Kapitals.

Hedge-Fonds investieren weniger in Aktien- oder Rentenpapieren. Vielmehr probieren sie, mit Termingeschäften, Optionen oder Futures ihre Gewinnversprechen zu halten. Kurz - diese Fonds spekulieren auf zukünftige Entwicklungen des Marktes. Dies kann gut gehen, mit der Folge, dass die angestrebte Spitzenrendite erreicht wird. Es kann aber auch in die Hose gehen, und dann gibt es keine Sicherheiten für die Investitionen der Anleger.



Das Finanzministerium plant deshalb Warnhinweise verpflichtend in die Verkaufsprospekte der Fonds aufzunehmen - vergleichbar mit den Krebswarnungen auf Zigaretten. "Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen." - weiß "Die Welt" einen Entwurf aus dem Hause Eichel zu zitieren.



Dabei hat das "Investmentmodernisierungsgesetz", durch das Hedge-Fonds ab nächstem Jahr erlaubt sind, schon einen gewissen Schutz vorgesehen. Um die hohen Risiken zu minimieren werden privaten Anlegern nur sogenannte "Dach-Hedge-Fonds" zur Verfügung stehen. Dies sind Fonds, die ihrerseits in mindestens fünf unterschiedliche Hedge-Fonds investieren. So soll das Risiko breiter gestreut werden. Ob diese Regelung tatsächlich mehr Sicherheit bietet, ist jedoch heftig umstritten.



Wer das Risiko dennoch nicht scheut, sollte allerdings bedenken, dass Hedge-Fonds nicht gerade günstig zu haben sind. Jährliche Verwaltungsgebühren, ein Ausgabeaufschlag von fünf bis sechs Prozent und im Erfolgsfall eine Gewinnbeteiligung von bis zu 20 Prozent für Management und Fondsverwaltung sind durchaus üblich. Bei Dach-Hedge-Fonds fallen diese Kosten teilweise mehrfach an: einmal für den Dachfonds und einmal für die Hedge-Fonds, in die er investiert. Trotz Gesetzesänderung: Interessenten, die diese "Dachlösung" nicht wünschen, bleibt nur der Gang zu Finanzinstituten außerhalb Deutschlands.

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