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11.08.2000

Handel wehrt sich gegen Gebühr für EC-Karten

Bei der Zahlung per EC-Karte sollen künftig Gebühren erhoben werden. Der Zentrale Kreditausschuss, in dem verschiedene Banken verbände organisiert sind, hat entschieden, einen Betrag von 35 Pfennig pro Lastschriftverfahren zu berechnen. Diese Pläne sind auf heftige Kritik des Einzelhandels gestoßen, der die Kosten tragen müsste. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Schneider, erklärte am Donnerstag, der Handel erwarte als Folge des neuen Entgeltes eine deutliche Verteuerung des Zahlungsverkehrs.

Bislang ist das elektronische Lastschriftverfahren, also EC-Kartenzahlung mit Unterschrift kostenlos. Nur für die Online-Überprüfung der Gültigkeit der Karte, das sogenannte POZ-Verfahren, müssen die Händler zehn Pfennig bezahlen. In Zukunft soll die Bank des Händlers eine Gebühr von 35 Pfennig pro Transaktion an die Bank des Kartenbesitzers entrichten. Auch das electronic cash, also das Bezahlen mit Karte und PIN-Nummer wird künftig teurer. Hier fällt ein umsatzabhängiges Entgelt von 0,3% an, der Mindestbetrag wird von 15 Pfennig auf 25 Pfennig angehoben.

Inwieweit die neuen Entgelte von den Banken an die Händler weitergegeben werden, sei noch unklar, so der Kreditausschuss. Der HDE rechnet aber mit zusätzlichen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe für den Einzelhandel. Schneider warnte, dass der Handel gezwungen sei, die höheren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben. Bislang gebe es zwar das Verbot der Überwälzung der Kosten, diese Vereinbarung könnte seiner Meinung nach aber durch die Europäische Kommission in Brüssel gekippt werden. Ein entsprechendes Verfahren laufe bereits.

Die Pläne des ZKA, die im nächsten Jahr umgesetzt werden sollen, müssen indes noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. Wie das Handelsblatt meldet, sei die Behörde bereits informiert, ihr lägen allerdings noch keine detaillierten Unterlagen vor. Setzt sich die neue Entgeltregelung durch, und würden die Kosten tatsächlich auf die Verbraucher umgewälzt, brächte dies eine Aufwertung der Kreditkarten mit sich. Bei der Zahlung mit Kreditkarte werden nämlich keine Gebühren erhoben.

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