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23.09.2011

GKV-Versicherte erstmals seit 2004 wieder unzufriedener mit dem Gesundheitswesen

Seit 2001 untersucht die "Continentale-Studie" jährlich die Zufriedenheit der Deutschen mit ihrem Gesundheitswesen. Erstmals seit dem Aufwärtstrend nach dem historischen Tief im Jahr 2004 hat die aktuelle "Continentale-Studie 2011" jetzt wieder eine leichte, aber signifikante Verschlechterung des Stimmungsbildes der gesetzlich Versicherten festgestellt: So sind 36 Prozent der GKV-Versicherten mit den Leistungen des Gesundheitswesens unzufrieden - 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Beim Preis sind es 47 Prozent im Vergleich zu 44 Prozent im Vorjahr.

2004 war ein hartes Jahr für die gesetzlich Versicherten: Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz samt Einführung der ungeliebten Praxisgebühr ließ die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen auf ein trauriges Rekordhoch schießen. Über die Hälfte war mit den Leistungen des Gesundheitswesens unzufrieden, drei Viertel mit dem Preis. Allerdings: Schon 2005 stiegen die Zufriedenheitswerte unter beiden Gesichtspunkten wieder leicht, von 2007 bis 2010 nahmen sie deutlich zu.

In 2011 sieht dies anders aus, und hier bestätigen sich zwei Beobachtungen: Erstens ist die Unzufriedenheit mit dem Preis stets deutlich höher als die mit den Leistungen und zweitens verlaufen die Entwicklungen bei Preis und Leistungen parallel.

Zusatzbeitrag der Kassen ist Ursache für schlechte Stimmung: "Ob der aktuelle Anstieg der Unzufriedenheit mit Preis und Leistung des Gesundheitswesens nur eine Momentaufnahme ist oder eine Trendumkehr, lässt sich selbstverständlich noch nicht sagen - obwohl einiges dafür spricht", so Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender des Versicherungsverbundes Die Continentale. Denn im vergangenen Jahrzehnt ließ sich Folgendes beobachten: Immer dann, wenn die GKV-Versicherten ganz konkret mehr Geld bezahlen mussten, waren sie deutlich unzufriedener. Bestes Beispiel dafür war die Einführung der Praxisgebühr. Bei Steigerungen des Beitragssatzes hingegen, die unter dem Strich für den einzelnen viel teurer sind, wurde dieser Effekt nicht beobachtet. Es liegt also nahe, dass die Tatsache, dass bereits eine Reihe von Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erhoben haben, zum Anstieg der Unzufriedenheit geführt hat.

Dazu kommt, dass die GKV-Versicherten nach wie vor in allen abgefragten Punkten die Zukunft des Gesundheitswesens unverändert düster sehen. So meinen seit Jahren stets mehr als 70 Prozent der GKV-Versicherten, dass es eine ausreichende medizinische Versorgung durch die GKV nicht mehr gibt oder geben wird. In 2011 sind 76 Prozent dieser Meinung, 2010 waren es 74 Prozent. Darüber hinaus sind aktuell 85 Prozent der GKV-Versicherten der Ansicht, eine gute medizinische Versorgung gebe es bereits jetzt nur durch private Vorsorge oder werde es künftig nur so geben - 2010 waren es 87 Prozent. 90 Prozent sagen heute, dass sie für eine gute Versorgung über die GKV-Beiträge hinaus viel Geld bezahlen müssen oder künftig dazu gezwungen sein werden. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Und letztlich sind 79 Prozent der Ansicht, dass ein großer Teil der Bevölkerung schon jetzt oder künftig nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitiere. 2010 lag dieser Wert ebenfalls bei 79 Prozent.

Rolf Bauers Fazit: "Diese Ergebnisse können niemanden freuen, denn zur Erhaltung unseres einzigartigen Gesundheitswesens brauchen wir nicht nur eine starke und gesunde PKV, sondern eine ebenso aufgestellte GKV mit entsprechender Akzeptanz ihrer Versicherten. Da aber die Erhebung des Zusatzbeitrages von allen Kassen letztlich politisch gewollt ist, steht leider zu befürchten, dass entsprechend auch die Unzufriedenheit weiter ansteigen wird. Das ist speziell vor dem Hintergrund der gleichbleibend negativen Zukunftssicht der Menschen besorgniserregend."

Pressemitteilung des Versicherungsverbundes Die Continentale

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