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17.02.2009

Gastgewerbe stark von Wirtschaftskrise betroffen

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, setzten Hotellerie und Gastronomie 2008 nominal 0,1 Prozent mehr um als im Vorjahr, real schlug ein Minus von 2,5 Prozent zu Buche. Vor allem im vierten Quartal rutschten die Umsätze in den Keller.

Im Dezember 2008 sank der Umsatz um nominal 3,7 und real um 6,2 Prozent. Das sind die schlechtesten Werte seit sechs Jahren. "2008 begann für das Gastgewerbe hoffnungsvoll. Wäre das zweite Halbjahr so gelaufen wie das erste, wäre es ein gutes Jahr für unsere Branche geworden.

Seit Oktober sind jedoch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren", kommentiert Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband), die am Dienstag veröffentlichten Zahlen.

Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten blicken die Hoteliers und Gastronomen sorgenvoll in die Zukunft. "Die Prognosen für das laufende Jahr lassen nichts Gutes erwarten", so Fischer.

"Vor allem das Veranstaltungsgeschäft und der Geschäftsreisetourismus leiden unter der Krise", berichtet Fischer. Schnitt die Hotellerie in der Vergangenheit immer besser ab als die Gastronomie, lagen ihre Ergebnisse von Oktober bis Dezember 2008 unter dem Branchenschnitt.

Aber auch in vielen Betrieben der Gastronomie gaben die Gäste in den letzten Monaten des Jahres weniger aus als im Vorjahreszeitraum. "Die Betriebe, die in nennenswertem Umfang von Tagungen und Geschäftsessen abhängig sind, trifft die Krise besonders hart", so der DEHOGA-Präsident weiter.

Der Sparkurs der Firmen mache sich bemerkbar. "Eine vergleichsweise positive Entwicklung weisen indes die Quickservice-Betriebe, also die Burger- Spezialisten und Imbissbetriebe sowie Pizza-Lieferdienste aus."

Insgesamt lag der nominale Umsatz 2008 in den Restaurants, Bars und Kneipen um 0,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, preisbereinigt waren 3,2 Prozent weniger in der Kasse. Das Beherbergungsgewerbe vermeldete für 2008 ein leichtes nominales Plus von 0,8 Prozent (real -2,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Täglich neue Hiobsbotschaften in den Medien und negative Vorhersagen drückten die Konsumlaune der Verbraucher. Andererseits machten stark anziehende Kosten den Hoteliers und Gastronomen zu schaffen. "Die Ertragssituation unserer Betriebe ist angespannt. Der Unmut in unserer Branche wächst", erklärt Fischer.

Unzufrieden zeigen sich die Hoteliers und Gastronomen mit dem teuren Konjunkturpaket II der Bundesregierung. "Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes wäre jetzt notwendig, um Arbeitsplätze zu sichern und Investitionen zu ermöglichen. In 22 von 27 EU-Staaten gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz", erklärt Fischer.

"Die 7-Prozent-Mehrwertsteuer für die Hotellerie könnte auch in Deutschland sofort eingeführt werden. Doch statt spürbare Entlastungen für die heimische Tourismuswirtschaft herbeizuführen, beschließt die Regierung Abwrackprämien zugunsten der Automobilindustrie, die in den letzten Jahren hohe Gewinne eingefahren hat", sagt der DEHOGA-Präsident.

"Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für das Gastgewerbe wäre für unsere Branche ein echtes Konjunkturprogramm und bleibt die zentrale Forderung der Branche."

Pressemitteilung des DEHOGA Bundesverbandes

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