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13.01.2008

Fischer: Deutschland hat ein attraktives Gesundheitssystem

"Die von EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou angestrebten Erleichterungen für Behandlungen im Ausland helfen Patienten nur, wenn zugleich die bürokratischen Abläufe zwischen den EU-Staaten deutlich beschleunigt werden", betont Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER.

Die aktuellen Brüsseler Pläne lebe die BARMER seit Jahren. Sie seien jedoch eine längst überfällige Reaktion auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes.

Der hatte bereits 1998 entschieden, dass EU-Bürger grundsätzlich freien Zugang zu medizinischen Dienstleistungen in Europa haben.

Ausgenommen hatte der Europäische Gerichtshof damals Leistungen, die vorab genehmigt werden müssen. In Deutschland betrifft das zum Beispiel Zahnersatz oder Krankenhausbehandlungen.

Die Bundesrepublik Deutschland hatte dies 2004 in geltendes Recht umgesetzt. In den meisten europäischen Ländern werde diese Rechtsprechung jedoch nicht gelebt.

Zugleich sei der durch die Kommissionspläne entstehende Wettbewerb eine enorme Chance für die Gesundheitswirtschaft.

"Deutschland hat ein attraktives Gesundheitssystem, es braucht keinen Wettbewerb um Qualität im europäischen Maßstab zu scheuen", so Fischer.

Praktische Bedeutung haben die Kommissionspläne auch für Urlauber. Bei einer akuten Behandlung im Ausland gelten die dortigen Rechtsvorschriften.

Hinsichtlich Inhalt und Umfang des Leistungsanspruches werden Touristen dabei den ausländischen Versicherten gleichgestellt.

Bei Privatrechnungen von mehr als 1000 Euro sind die Krankenkassen grundsätzlich verpflichtet, beim ausländischen Krankenversicherungsträger die Leistungshöhe zu erfragen.

"Bis die nötigen Informationen vorliegen, können viele Wochen vergehen. Wir plädieren dafür, dass die EU-Kommission hier aufs Tempo drückt und Vereinfachungen schafft", so Birgit Fischer.

2007 habe die BARMER rund 266.000 Versicherten Kosten für Auslandsbehandlungen im Wert von rund 40 Millionen Euro erstattet.

Neben den beliebtesten Urlaubsländern Österreich, Spanien, Frankreich und Italien tauchten nun - bedingt durch die europäische Öffnung - erste Fälle aus Ländern wie Tschechien, Ungarn und Litauen auf.

"Häufig erleben wir jedoch, dass die Europäische Krankenversichertenkarte nicht akzeptiert wird. Für diese Fälle oder auch, wenn ein Rücktransport aus medizinischen Gründen notwendig wird, kann es nur einen Rat geben:

eine private Zusatzversicherung abzuschließen", betont Fischer. Hintergrund dafür sind die landesüblichen Zuzahlungen und Gebühren.

In Frankreich etwa müssen Patienten im Krankenhaus 20 Prozent, bei der ärztlichen Behandlung 30 Prozent und bei Arzneimitteln bis zu 85 Prozent der Kosten selber tragen.

In Österreich entstehende Bergungskosten, einschließlich des Transports ins Tal, können aufgrund der österreichischen Rechtsvorschriften auch in Deutschland nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet werden; dafür kommt dann die private Zusatzversicherung auf.

"Für BARMER-Versicherte kostet eine Zusatz-Auslandskrankenversicherung nur günstige sechs Euro im Jahr. Sie schützt vor einem finanziellen Fiasko und gehört deshalb unbedingt ins Reisegepäck", so Fischer. Derzeit haben rund 500.000 Versicherte ihrer Kasse eine Auslandsversicherung mit dem BARMER-Kooperationspartner HUK-COBURG abgeschlossen.

Pressemitteilung der Barmer

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