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07.10.2008

Finanzkrise: Verbraucherzentrale fordert besseren Anlegerschutz

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Garantie der Bundesregierung, dass die Einlagen von Anlegern in Deutschland sicher sind. "Es ist zu hoffen, dass durch diese vertrauensbildende Maßnahme verhindert wird, dass jetzt die Kunden zur Bank laufen und ihr Geld abheben.

Dies würde mehr Schaden als Nutzen anrichten", so Manfred Westphal, Leiter Fachbereich Finanzdienstleistungen. Um das Vertrauen dauerhaft wieder aufzubauen, müsse jetzt konsequent der Anlegerschutz gestärkt, die Aufsicht optimiert und die Haftung der Anlageberater ausgeweitet werden.

"Wer wie im Falle der Hypo Real Estate-Manager Kerndaten verschweigt, hat auf seinem Posten nichts mehr verloren", so Westphal. Die Folgen der Finanzkrise seien nicht absehbar. "Wenn nicht jetzt, dann wann", fordert Westphal ein Umdenken in der Finanzwirtschaft.

Der Verbraucher müsse wieder in den Mittelpunkt rücken, nicht die Rendite der Großbanken. "Wer die Anleger schützt, leistet Aufbauarbeit für den Finanzmarkt." Nach der akuten Brandbekämpfung müsse jetzt ernsthaft über den Brandschutz für die Zukunft gesprochen werde.

Vordringlich ist aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, den Druck auf die Banken und andere Finanzdienstleister zu erhöhen, sauber und anlegergerecht zu beraten; die offensichtlichen Falschberatungsfälle hinsichtlich der Lehman-Zertifikate sprechen eine deutliche Sprache.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert: Neben klaren Produktinformationen über Risiken, Kosten und Verfügbarkeit müssen Verjährungsfristen verlängert, die Beweisführung für die Anleger erleichtert und die Durchsetzbarkeit von Schadensersatzansprüchen im Falle einer Falschberatung verbessert werden.

Aufgrund der geltenden Beweislastregeln und der kurzen Verjährung ist es Verbrauchern derzeit kaum möglich, den Beweis über eine fehlerhafte Beratung zu führen. Auch muss die persönliche Haftung von Vorständen und Aufsichtsräten bei fehlerhaften und unterlassenen Kapitalmarktinformationen kommen.

Was bedeutet die Garantie genau?

Die Garantie ist eine Maßnahme, damit die Schwierigkeiten einzelner Institute, die jetzt bekannt sind oder in der kommenden Zeit noch bekannt werden, nicht zu einem Lauffeuer werden. Die Garantie darf aber nicht dazu führen, dass die Branche sich jetzt zurücklehnt und sich ihrer Verantwortung entzieht.

Unbekannt sind auch nach den heutigen Presseäußerungen der Bundesregierung indes noch Einzelheiten der Garantie. Was konkret bedeutet die Zusage von Finanzminister Peer Steinbrück, dass Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert hier eine weitere Aufklärung und Konkretisierung, damit alle Marktteilnehmer sich hierauf einstellen können.

Pressemitteilung des vzbv

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