Die Euro-Einführung hat in gewissen Bereichen für Preissteigerungen gesorgt. Dies bestätigte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, ein Jahr nach der Einführung des Euro-Bargeldes. Bei der Beurteilung der Euro-Inflation habe die EZB Fehler gemacht. Gegenüber der belgischen Zeitung "De Financieel Economische Tijd" sagte Duisenberg, man habe "nur zögernd zur Kenntnis genommen, dass die Umstellung zu einem gewissen Anstieg von Preisen geführt hat."
Verbraucherverbände im gesamten Währungsraum hatten nach der Euro-Einführung Anfang des Jahres über Preissteigerungen angeprangert. Die EZB begegnete diesen Klagen bislang stets mit dem Argument der "gefühlten Inflation". Tatsächlich sind die Auswirkungen der Währungs-Umstellung auf die allgemeine Inflation sehr gering. In Deutschland lag die Inflationsrate bei äußerst geringen 1,3 Prozent, davon werden höchstens 0,2 Prozent auf die Euro-Einführung zurückgeführt. In einigen Bereichen des Einzelhandels sind die Preise aber tatsächlich überproportional gestiegen.
Die Geldentwertung wird anhand eines Warenkorbs ermittelt, der die Ausgaben eines Durchschnittsbürgers nachbilden soll. Die individuellen Ausgaben weichen aber mehr oder weniger stark von diesem Warenkorb ab, so dass einige tatsächlich stärker von der Inflation betroffen sind. Duisenberg sagte, die EZB hätte "einfach ehrlicher sein sollen", dann hätte man vermutlich auch besser erklären können, dass die Auswirkungen für den gesamten Warenkorb begrenzt seien.
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