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03.11.2008

Europäisches Netzwerk gegen Überschuldung fordert Recht auf ein Girokonto

Obwohl KonsumentInnen in den letzten Jahren immer komplexere Finanzprodukte, die mit für die derzeitige Finanzkrise verantwortlich sind, angeboten wurden, leben Millionen in Europa ohne Zugang zu einfachen Basis-Bankprodukten wie einem Girokonto.

"In Zeiten in denen Regierungen Milliarden zur Unterstützung von Banken in Krisen aufbringen, müssen auch Maßnahmen zur Stärkung finanzieller Teilhabe aller gesetzt und das Recht auf den Zugang zu einem Girokonto garantiert werden", fordert Hans Grohs, Präsident des European Consumer Debt Networks.

"In vielen Ländern haben Menschen aufgrund niedrigen Einkommens, fehlender Papiere, negativer Registrierung, Schuldenproblemen oder als Angehörige von Minderheiten (Migrantinnen, Menschen mit Behinderungen und psychischen Problemen, Ex-Straffällige ...) nicht einmal Zugang zu einem Konto auf Habenbasis.

In Ländern wo entsprechende Basisprodukte vorhanden sind, fehlt es zumeist an Transparenz und Informationen, um wirklichen Zugang für alle zu garantieren."

Ein Girokonto ist Voraussetzung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe.

Fehlender Zugang führt zu schwerwiegenden Konsequenzen wie Schwierigkeiten bei der Arbeitplatzsuche oder der Anmietung einer Wohnung und zu stark erhöhten Kosten bei der Bezahlung von Mieten, Energiekosten und anderen Rechnungen.

Schuldenberatungen und Konsumentenschutzorganisationen fordern seit Jahren den garantierten Zugang zu einem Girokonto für alle.

Mittlerweile hat sich die Europäische Kommission dieser Empfehlung angeschlossen. An den nationalen Regierungen liegt es, das Angebot an Basis-Bankprodukten zu fördern und zu überwachen.

Das European Consumer Debt Network ecdn, ein Zusammenschluss von rund 40 Schuldenberatungen, Konsumentenschutzorganisationen und WissenschaftlerInnen aus ganz Europa, will zukünftig mit einem Europäischen Aktionstag für finanzielle Integration jährlich am 31. Oktober auf diese Situation aufmerksam machen.

Weitere aus Sicht des ecdn notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung finanzieller Ausgrenzung sind verantwortlichere Kreditvergabe und deren stärkere Regulierung, die Förderung spezifischer Mikro- bzw. Sozialkredite, verbesserte Möglichkeiten der Schuldenregulierung, der Auf- und Ausbau von Schuldenberatungseinrichtungen, nachhaltige finanzielle Bildungsangebote und verstärkte Forschung zu Überschuldungsfragen auf nationaler und europäischer Ebene.

Pressemitteilung des ecdn

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