Die Ärzte Zeitung berichtet am Montag, 20. März 2006: "Ulla Schmidt will kleinen Kassen an den Kragen". Hierin wird neuerlich aufgegriffen, dass die Gesundheitsministerin die Zahl der Kassen reduzieren will. Hierbei erklärt sie erneut die Betriebskrankenkassen (BKK) zum "Lieblingsgegner".
Der Vorstandsvorsitzende des BKK Landesverbandes Hessen, Jürgen Thiesen, stellt zur Berichterstattung über die Veranstaltung der SPD Brandenburg fest: "Mit aggressiven aber schaukämpferischen Manövern und Aussagen lenkt Ulla Schmidt von drängenden Problemen der Gesetzlichen ab
Die Forderung nach einer Mindestkassengröße von 100.000 Mitgliedern sei reine Willkür. "Für solch einen Vorschlag gibt es weder Rechtsgrundlage noch Argumente", stellt Thiesen klar. Aufschluss über Effektivität und Qualität gäben ausschließlich die auf Versicherte und deren Behandlung bezogenen Kennzahlen.
"Objektiv" seien bestenfalls die Verwaltungskosten pro Versicherten. Bereits die Bewertung, welche Kasse zu welchem Beitrag welche Leistung biete, sei subjektiv. Ein hoher Beitragssatz sei weder Indiz noch Garant besonderer oder überdurchschnittlicher Versorgung bzw. Versorgungsformen.
Im Gegenteil: Betriebskrankenkassen mit schlanker Verwaltung und niedrigen Verwaltungskosten seien seit jeher Schrittmacher der Innovation und könnten dies eindrucksvoll belegen. Selbsternannte "Versorgerkassen" sollten endlich darlegen, womit sich dieses Attribut begründe.
Die BKK stünde mit gleichem Ehrgeiz und Know-how den Leistungserbringern und Vertragspartnern gegenüber, wie jede andere Kassenart auch. "Und die Ergebnisse der BKK stehen den Ergebnissen größerer Kassenarten in keiner Weise nach", so der BKK Landesverbandsvorstand.
"Starke Regionalkassen", wie von Schmidt gelobt, seien denkbar und sicher keine schlechte Lösung. Der Weg dorthin verlange allerdings "Gestaltung und Moderation statt Kahlschlag und anschließende Umstellung auf Monokultur".
Eine von Schmidt schon im nächsten Atemzug vorgeschlagene "Bundesagentur für die Gesetzliche " sei keine Lösung. Schmidt entlarve Egoismen mit Widersprüchen. Thiesen gibt zu bedenken: Wie vereinbart sich die Idee "starker Regionalkassen" mit der Auffassung von Ulla Schmidt: "Wir brauchen eigentlich einen Bundesverband und nicht sieben Spitzenverbände, die viel Aufwand aber wenig zu entscheiden haben".
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