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10.05.2010

Eigentumswohnungen werden in den Städten als Alternative zum Eigenheim immer attraktiver

Eigentumswohnungen werden vor allem in den Städten als Alternative zum Eigenheim immer attraktiver. Wie eine Sonderanalyse der jüngsten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)* des Statistischen Bundesamtes für 2008 durch das Forschungsinstitut empirica im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) ergibt, ist in den westlichen Bundesländern der Anteil der Wohneigentümer auf der Etage in den letzten 25 Jahren von 15 auf 22 Prozent gestiegen. In den neuen Ländern hat sich die Eigentumswohnungsquote sogar innerhalb von nur 15 Jahren von 9 auf 17 Prozent fast verdoppelt. Dabei gilt die Faustregel: Je größer die Stadt, desto größer auch die Bedeutung von Stockwerkseigentum (vgl. Grafik).

Laut LBS Research sind die Eigentumswohnungen überall dort gefragt, wo Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser knapp bzw. teuer ist. Ausschließlich mit Eigenheimen läge z. B. die Wohneigentumsquote in Städten über 500.000 Einwohnern nur bei 11 Prozent, mit Stockswerkseigentum jedoch doppelt so hoch, nämlich bei 22 Prozent. Bemerkenswert ist für die LBS-Experten, dass der Anteil der Selbstnutzer auf der Etage an allen Haushalten in Städten von 20.000 bis 100.000 Einwohnern fast genauso groß ist wie in den Städten ab 100.000 Einwohnern, nämlich bei rund 10 Prozent. Die enormen Unterschiede gebe es dagegen beim Anteil der Eigenheime. Sie seien bei Städten unter 100.000 Einwohnern drei- bis fünfmal so häufig vertreten wie in den Metropolen ab 500.000 Einwohnern.

eigentumswohnungen

Fotoquelle: "obs/Landesbausparkassen".

Im Blick zurück ist für die Fachleute von LBS Research besonders auffällig, wie schnell die Quote selbst genutzter Eigentumswohnungen in den neuen Bundesländern gestiegen ist. Der Bau neuer Objekte, aber auch die Umwandlung bestehender Miet- in Eigentumswohnungen habe inzwischen dazu geführt, dass der Anteil von Wohneigentum auf der Etage sich dort von 1993 bis 2008 von 9 auf 17 Prozent fast verdoppelt hat. Er liege damit nur noch 5 Prozentpunkte hinter der Quote in den westlichen Bundesländern. Dort ist der Anteil kontinuierlich von 15 Prozent (1983) über 19 Prozent (1998) auf 22 Prozent im Jahre 2008 gestiegen. Der Aufholprozess im Osten ist, wie die LBS-Experten betonen, umso beachtlicher, als das meist ausreichende Grundstücksangebot generell deutlich leichter den Eigenheimbau zulässt als im ehemaligen Bundesgebiet. Allerdings sei der Einfamilienhausbestand lange noch nicht so groß.

Eine Übersicht nach Bundesländern zeigt, dass sich im Beitrittsgebiet der Anteil der Eigentumswohnungen an allen Wohneigentümerhaushalten zwischen 6 Prozent (Brandenburg) und 18 Prozent (in Sachsen) bewegt. Höher als in Sachsen ist die Quote auch nicht in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Niedersachsen, Hessen oder Schleswig-Holstein, während die Bedeutung von Wohneigentum in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit Werten von 23 bis 28 Prozent spürbar höher liegt. An der Spitze liegen aber naturgemäß die Stadtstaaten: In Bremen lebt jeder dritte Wohneigentümer auf der Etage, in Hamburg 43 Prozent und im ehemaligen West-Teil Berlins sogar 54 Prozent (im Osten der Hauptstadt sind es immerhin bereits 22 Prozent).

Der typische Wohneigentümer in der Eigentumswohnung ist nach Auskunft von LBS Research jung, urban und Single. Alleinlebende unter 40 Jahren realisieren demnach Wohneigentum zu 61 Prozent auf der Etage. Insgesamt zeigt sich, so die LBS-Experten, dass die Familiensituation eher über die Frage "Eigenheim oder Eigentumswohnung?" entscheidet als Alter oder Einkommen. Ab einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.000 Euro gebe es bei der Eigentumswohnungsquote nämlich keine großen Unterschiede mehr. Jeder sechste Wohneigentümer wohne auch noch mit über 4.500 Euro im Monat auf der Etage - vielfach junge Menschen in den größeren Städten. Für Familien mit Kindern und Mehrgenerationenhaushalte finde Wohneigentum dagegen in sieben von acht Fällen im Eigenheim statt.

Das aktuelle Analyseergebnis bestätigt für die LBS-Experten erneut, wie wichtig Eigentumswohnungen vor allem in den dichter besiedelten Regionen für die Wohneigentumsbildung sind. Wo das Angebot ausreichend ist, würde aber nicht nur die klassische Familie das ebenerdige Wohnen im Eigenheim bevorzugen. Auch kinderlose Paare und sogar Alleinstehende leben nämlich bundesweit in mehr als der Hälfte der Fälle in Ein- oder Zweifamilienhäusern, wenn sie eigene vier Wände bewohnen.

* Im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) befragt das Statistische Bundesamt alle fünf Jahre private Haushalte zu ihren Einnahmen und Ausgaben, zur Vermögensbildung, zur Ausstattung mit Gebrauchsgütern und zur Wohnsituation.

Pressemitteilung der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen

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