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27.10.2010

Die Hessen haben am meisten Geld gespart

Von allen Menschen in Deutschland haben die Hessen am meisten Geld gespart. Mit 31.521 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Tagesgeldkonten und in Festgeldern verfügten sie 2009 über das mit Abstand höchste Sparguthaben in Deutschland. Damit legen sie deutlich mehr Geld auf die hohe Kante als der durchschnittliche Bundesbürger, der nur 17.618 Euro sein Eigen nennt. Mit großem Abstand folgen auf Platz zwei die Hamburger mit durchschnittlich 22.327 Euro. Platz drei belegen die Bayern. Sie können auf Erspartes in Höhe von 21.289 Euro zurückgreifen. Die Schwaben, denen ihr Ruf als Sparmeister vorauseilt, belegten mit 19.856 Euro nur Platz vier. Bereits 2008 waren die Hessen mit 29.047 Euro deutlich sparsamer als die Menschen in anderen Bundesländern. Sie konnten ihre Ersparnisse 2009 sogar noch um 2.474 Euro erhöhen. Auch die Berliner, die den fünften Tabellenplatz belegen, sparten 2009 deutlich mehr. Sie erhöhten ihr durchschnittliches Sparguthaben um 1.444 Euro.

Ans Eingemachte gehen mussten dagegen die Bürger in den Bundesländern Bremen und Schleswig-Holstein. Hatten die Bremer 2008 noch durchschnittlich 18.276 Euro gespart, waren es 2009 nur noch 17.640 Euro, also 636 Euro weniger. Ähnlich erging es den Menschen in Schleswig-Holstein: Sie mussten ihre Ersparnisse um 512 Euro auf 15.445 Euro abschmelzen. Am wenigsten haben allerdings die Bürger in den neuen Bundesländern zurückgelegt. Sie belegen die fünf letzten Tabellenplätze. Das Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 9.235 Euro. Allerdings stiegen die Sparguthaben in allen neuen Bundesländern moderat.

Hessen

31.521 Euro Einlagen* 2009

29.047 Euro Einlagen* 2008

2.474 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Hamburg

22.327 Euro Einlagen* 2009

21.534 Euro Einlagen* 2008

793 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Bayern

21.289 Euro Einlagen* 2009

21.027 Euro Einlagen* 2008

262 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Baden-Württemberg

19.856 Euro Einlagen* 2009

18.964 Euro Einlagen* 2008

892 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Berlin

17.712 Euro Einlagen* 2009

16.268 Euro Einlagen* 2008

1.444 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Bremen

17.640 Euro Einlagen* 2009

18.276 Euro Einlagen* 2008

- 636 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Rheinland-Pfalz

16.828 Euro Einlagen* 2009

16.326 Euro Einlagen* 2008

502 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Saarland

15.713 Euro Einlagen* 2009

15.077 Euro Einlagen* 2008

636 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Nordrhein-Westfalen

15.589 Euro Einlagen* 2009

15.505 Euro Einlagen* 2008

84 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Schleswig-Holstein

15.445 Euro Einlagen* 2009

15.957 Euro Einlagen* 2008

- 512 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Niedersachsen

15.275 Euro Einlagen* 2009

14.684 Euro Einlagen* 2008

591 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Sachsen

11.228 Euro Einlagen* 2009

11.209 Euro Einlagen* 2008

19 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Thüringen

10.265 Euro Einlagen* 2009

10.101 Euro Einlagen* 2008

164 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Sachsen-Anhalt

9.804 Euro Einlagen* 2009

9.721 Euro Einlagen* 2008

83 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Brandenburg

9.423 Euro Einlagen* 2009

9.031 Euro Einlagen* 2008

392 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Mecklenburg-Vorpommern

9.235 Euro Einlagen* 2009

9.052 Euro Einlagen* 2008

183 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Deutschland gesamt

17.618 Euro Einlagen* 2009

17.091 Euro Einlagen* 2008

527 Euro Veränderung 2008 zu 2009

Quelle: Deutsche Bundesbank und eigene Berechnungen

* Sichteinlagen, Termingelder und Sparbriefe pro Kopf in Euro ohne langfristige Termineinlagen und Bausparguthaben

Nach Finanzkrise und Abwrackprämie wird sich die deutsche Sparquote 2011 wieder normalisieren

2009 legten die Deutschen nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank von hundert Euro verfügbarem Einkommen elf Euro und zehn Cent (11,1 Prozent) zur Seite. Dabei handelt es sich neben den klassischen Sparprodukten um alle Anlageformen inklusive Fonds, Aktien, Versicherungen und Immobilienanlagen. Dieser kleine Knick in der sonst seit 2006 kontinuierlich steigenden deutschen Sparquote ist direkt auf die Einführung der Abwrackprämie zurückzuführen. Statt Geld zur Seite zu legen, gaben es viele Deutsche 2009 lieber für die Anschaffung eines neuen Autos aus.

Deutsche Sparquote (in % des verfügbaren Einkommens)

2005* 10,5

2006* 10,6

2007* 10,8

2008* 11,7

2009* 11,1

2010** 11,6

2011** 10,9

* Quelle: Deutsche Bundesbank

** Prognose Postbank

Noch ein Jahr zuvor legten die Deutschen so viel Geld zur Seite, wie schon lange nicht mehr. Die Sparquote explodierte im Jahr 2008 regelrecht: Sie stieg von 10,8 Prozent im Jahr 2007 auf 11,7 Prozent 2008 - die Finanzkrise hatte Deutschland fest in ihrem Griff. Aus Sorge um ihre wirtschaftliche Zukunft legten die Bundesbürger mehr Geld zurück. Zugleich zogen sie sich aus spekulativen Geldanlagen zurück und konzentrierten sich auf sichere Anlageprodukte.

Für 2010 rechnen die Volkswirte der Postbank wieder mit einem Anstieg der Sparquote von 11,1 Prozent 2009 auf 11,6 Prozent. Hier zeigen sich die Nachwirkungen der Abwrackprämie. Da die Ausgaben für neue Fahrzeuge wieder deutlich gesunken sind und gleichzeitig das Sicherheitsbedürfnis hoch geblieben ist, sparen die Deutschen überdurchschnittlich viel. 2011 wird sich das Sparverhalten nach Erwartung der Postbank wieder normalisieren. Dann werden die Bundesbürger von hundert Euro verfügbarem Einkommen nur noch zehn Euro und neunzig Cent zur Seite legen.

Pressemitteilung der Deutsche Postbank AG

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