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08.12.2006

Deutsche verzichten beim Vererben auf Expertenwissen

Obwohl die Deutschen in Erbfragen oft unzureichend informiert sind, lässt sich weniger als ein Drittel beraten. Vor allem Akademiker und Besserverdienende optimieren ihre Erbschaftsteuer mit professioneller Hilfe.

Bei der Gestaltung des eigenen Erbes wenden sich gerade mal 17 Prozent der Bevölkerung an einen Rechtsanwalt, Steuerberater oder Notar. Nur ein Zehntel holt sich Rat bei Finanzberatern oder Versicherungsvermittlern, wie eine repräsentative Studie des britischen Finanzdienstleisters Clerical Medical ergeben hat.



"Dabei ist professionelle Unterstützung unerlässlich, damit alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Schenkungs- oder Erbschaftsteuer zu sparen", erklärt Michael Hanitz von Clerical Medical.

Die Bereitschaft, sich beraten zu lassen, teilt Deutschland geografisch: Unter den Westdeutschen lässt sich ein Drittel beraten, während es im Osten gerade mal ein Fünftel ist.



Besonders in reichen Bundesländern wie Baden-Württemberg (40 Prozent) und Hessen (39 Prozent) setzt man auf Expertenwissen. Bei Rechtsanwalt, Steuerberater oder Notar informieren sich vor allem Befragte mit Abitur und Hochschulbildung (26 Prozent). Finanziell gut Gestellte nehmen hingegen eher die Hilfe eines Finanzberaters oder Versicherungsvermittlers in Anspruch (16 Prozent).



Ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro steigt dieser Anteil weiter an. "Sind substanzielle Vermögenswerte vorhanden, werden die gesetzlichen Steuerfreibeträge eben schneller überschritten. Umso wichtiger ist es dann, weitere Instrumente zur Senkung der Steuerlast zu nutzen", kommentiert Hanitz.



Schon allein die Möglichkeit, Vermögen mit einer Lebensversicherung zu "ummanteln", könne bewirken, dass bei der Schenkung einer Lebensversicherung der gesetzliche Freibetrag im Gegensatz zur reinen Bargeld-Übertragung nicht überschritten wird, so Hanitz. Vermögen aus Lebensversicherungen sei derzeit in der Regel nur zu zwei Dritteln der eingezahlten Prämien zu versteuern, Bargeld hingegen in voller Höhe.

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