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12.11.2008

Der neue Energiepass: Ausweispflicht für Gebäude

Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?

Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Arten des Energieausweises: Den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis.

Der Verbrauchsausweis

Die verbrauchsorientierte Variante ist die einfachere und auch die preiswertere. Hierbei wird der tatsächliche Verbrauch des Gebäudes in den vergangenen drei Jahren anhand des so genannten Energieverbrauchskennwerts erfasst. Jedoch wird der gemessene Energieverbrauch um einen standortabhängigen Klimafaktor bereinigt, so dass beispielsweise ein extrem kalter Winter den Verbrauchsdurchschnitt nicht verfälscht.

Ob der neue Eigentümer oder Mieter mit dem gleichen Energieverbrauch auskommt wie die vorherigen Bewohner, ist nicht gesagt. Diese Art des Energieausweises ist demzufolge nicht wirklich aussagefähig, was die energetische Qualität des Hauses betrifft. Denn das Heiz- und Nutzungsverhalten unterschiedlicher Bewohner kann stark varriieren.

Potentielle Käufer oder Mieter erhalten jedoch einen Anhaltspunkt, wenn sie anhand der Verbrauchswerte ähnliche Objekte miteinander vergleichen. Die Kosten für die verbrauchsorientierte Variante des Energieausweises liegen bei ungefähr 20 bis 100 Euro, so die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen. Gleichzeitig warnen die Verbraucherschützer vor Billigangeboten aus dem Internet, die nicht die vorgegebenen Abfragen enthalten.

Der Bedarfsausweis

Die zweite Variante ist ein bisschen aufwändiger als der Verbrauchsausweis zu erstellen, sagt dafür aber auch mehr aus. Hierzu werden sowohl die Qualität der Bausubstanz als auch die Heizungsanlage eines Gebäudes analysiert. Nicht hinzugezogen wird hingegen das Heizverhalten der Bewohner. Aus dieser Auswertung ergeben sich für den Verbraucher zwei Zahlen, die auf einer farbigen Skala dargestellt werden:

Der Endenergiebedarf gibt die berechnete, jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasser an. Der Primärenergiebedarf bildet hingegen die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes ab. Neben der Energiemenge werden auch die Art der Energie und ihre Gewinnung einbezogen. Erneuerbare Energie hält diese Werte niedrig. Je niedriger der Primärenergiebedarf desto umweltfreundlicher ist also das Gebäude. Der Bedarfsausweis ist laut Verbraucherzentrale NRW ab ungefähr 150 Euro zu haben.

Die tatsächlichen Kosten für einen Energieausweis richten sich nach der jeweiligen Ausweisart und dem Aufwand der Datenerfassung. Deswegen gibt es für die Preise keine offiziellen Vorgaben. Idealerweise holt man sich als Haus- oder Wohnungsbesitzer vorab mehrere Angebote von unterschiedlichen Anbietern ein.

Tipp: Wer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat, kann die Kosten für den Energieausweis als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben in seiner Steuererklärung geltend machen. Das gilt auch für gewerbliche Immobilienverkäufer. Selbstnutzer sollten versuchen, die Kosten, die direkt im Haus entstehen, als haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen. Hier finden Sie viele Informationen, wie Sie Ihre Steuererklärung online erledigen .

Wer braucht welchen Energieausweis und wer stellt ihn aus? Mehr dazu lesen Sie auf der folgenden Seite.

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