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12.06.2009

BVR befürwortet EZB-Ankauf von Pfandbriefen - Forderung nach transparenter Ausstiegsstrategie

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hält den heute beschlossenen Ankauf von Pfandbriefen durch die Europäische Zentralbank (EZB) für grundsätzlich richtig.

"Die Maßnahme kann den immer noch bestehenden Verspannungen an den Finanzmärkten entgegenwirken. Auf eine Erhöhung des Volumens der geplanten Anleihekäufe oder eine Ausweitung auf Unternehmensanleihen sollte die EZB aber verzichten. Der Einsatz solcher unkonventioneller geldpolitischer Instrumente muss zudem von einer transparenten und nachvollziehbaren Ausstiegsstrategie begleitet werden", erläutert BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin.

Der Einsatz unkonventioneller Instrumente dürfe generell nur maßvoll und mit großer Vorsicht erfolgen, da er die Rückkehr zu einer konventionellen Geldpolitik nach dem Abklingen der Finanzkrise erschwere. Die im Durchschnitt gestiegene Laufzeit der geldpolitischen Geschäfte verringere die Flexibilität der Notenbank bei der Liquiditätssteuerung. Bereits jetzt müsse die EZB daher deutlich machen, wie sie die Liquidität zurückführen werde, wenn sich eine nachhaltige Erholung der Konjunktur abzeichne. Werde die Liquidität in einer solchen Situation nicht entschlossen zurückgeführt, drohe ein beschleunigter Preisauftrieb.

Das vom EZB-Rat geplante Volumen von 60 Milliarden Euro für den Ankauf von Pfandbriefen sei hoch genug, um den derzeit noch ungewöhnlich hohen Renditeabstand zwischen Pfandbriefen und Staatsanleihen zu senken. Ein stärkerer Ankauf von Bankschuldverschreibungen oder gar der Kauf von Unternehmensanleihen sind aus Sicht des BVR aber nicht notwendig. Die Verspannungen an den Anleihemärkten seien in den vergangenen Monaten spürbar zurückgegangen. Auch ließen die konjunkturellen Vorlaufindikatoren deutliche Stabilisierungstendenzen erkennen.

Die Höhe des EZB-Leitzinses von 1 Prozent hält der BVR für angemessen. "Angesichts der sich mehrenden Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft sollte die Geldpolitik in den kommenden Monaten den Leitzins unverändert lassen", empfiehlt Martin. Die Vorteile einer weiteren Absenkung der Finanzierungskosten seien begrenzt, die Funktionsfähigkeit des Geldmarktes würde aber durch Zinsen nahe Null erheblich eingeschränkt.

(Pressemitteilung des BVR)

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