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05.01.2010

Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosenquote lag 2009 bei 8,2 Prozent

Die Arbeitslosigkeit hat sich von November auf Dezember mit Beginn der Winterpause um 60.000 auf 3.276.000 erhöht (West: +33.000 auf 2.248.000; Ost +28.000 auf 1.027.000). Das Saisonbereinigungsverfahren errechnet für den Dezember einen Rückgang von 3.000. Berücksicht man allerdings die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik, die von einem Sondereffekt infolge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente dominiert wird, wäre die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt im Dezember um 6.000 gestiegen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 sowie angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt das eine sehr moderate Entwicklung. Die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept ist im November nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes saisonbereinigt um 18.000 gesunken. Nicht saisonbereinigt ist sie von Oktober auf November um 64.000 auf 40,58 Millionen zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Erwerbstätigkeit um 218.000 verringert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der BA im Oktober saisonbereinigt um 7.000 abgenommen. Nicht saisonbereinigt lag sie bei 27,81 Millionen; das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 213.000. Ohne den anhaltenden Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung wäre der Rückgang deutlicher ausgefallen. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich in Deutschland für den November auf 3,06 Millionen, die Erwerbslosenquote auf 7,0 Prozent. Erste Schätzungen zu den Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit signalisieren für den Dezember eine Größenordnung von 130.000 bis 140.000 angezeigten Arbeitnehmern. Das sind etwas mehr als im November. Das gemeldete Stellenangebot insgesamt und darunter die ungeförderten Stellen für "normale" sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die besser die Marktentwicklung widerspiegeln, haben im Dezember saisonbereinigt um 13.000 bzw. 9.000 zugenommen. Nicht saisonbereinigt gab es im Dezember 461.000 Stellen; 42.000 weniger als vor einem Jahr. Von den gemeldeten Stellen entfielen 252.000 auf ungeförderte Stellen für "normale" sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren 48.000 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenindex der BA - der BA-X - ist von November auf Dezember um zwei auf 129 Punkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat er 21 Punkte verloren; allerdings wird das Minus kleiner.

Der Arbeitsmarkt war 2009 von der tiefsten Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik beeinflusst. Die Auswirkungen waren deutlich, blieben jedoch angesichts des massiven Produktionseinbruchs vergleichweise moderat. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde so vor allem durch die massive Nutzung der Kurzarbeit, aber auch den statistischen Effekt der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente sowie ein sinkendes Kräfteangebot begrenzt. Die jahresdurchschnittliche Zunahme der Arbeitslosigkeit entfällt allein auf Westdeutschland, auf den Rechtskreis des SGB III sowie auf Männer, was vor allem auf den Abbau von Vollbeschäftigung im Produzierenden Gewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung zurück zu führen sein dürfte. Im Jahresdurchschnitt 2009 waren bundesweit 3.423.000 Menschen arbeitslos, 155.000 mehr als im Vorjahr (West: +176.000 auf 2.320.000; Ost: -20.000 auf 1.103.000). Maßgeblich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit war insbesondere der Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung infolge der Wirtschaftskrise.

Von den Arbeitslosen wurden jahresdurchschnittlich 1.194.000 oder 35 Prozent im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 2.229.000 oder 65 Prozent im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III um 184.000 erhöht und im Rechtskreis SGB II um 29.000 verringert. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Jahresdurchschnitt 2009 auf 8,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 0,4 Prozentpunkte zu. In Ostdeutschland war sie auch 2009 mit 13 Prozent nach wie vor deutlich höher als in Westdeutschland mit 6,9 Prozent.

Im Jahr 2009 hat die BA nach vorläufigen Ergebnissen 34,28 Milliarden Euro eingenommen und 48,07 Milliarden Euro ausgegeben. Damit ergibt sich ein Defizit in Höhe von 13,79 Milliarden Euro. Das Defizit konnte durch die Rücklage der BA ausgeglichen werden. Für das Jahr 2010 verbleiben in der Rücklage noch 2,95 Milliarden Euro, die zur Finanzierung der Ausgaben in den ersten Monaten eingesetzt werden.

Ausführliche Informationen finden Sie im Internet unter: http://statistik.arbeitsagentur.de

Informationen zum Hörfunkservice der Bundesagentur für Arbeit finden Sie im Internet unter www.ba-audio.de.

(Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit)

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