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01.12.2009

BHW Bausparkasse prgnostiziert uneinheitliche Zinsentwicklung im neuen Jahr

In den nächsten Wochen endet ein weiteres turbulentes Krisenjahr. Verwerfungen an den Finanzmärkten spielten 2009 - anders als im vorangegangenen Jahr - aber nur noch zu Jahresbeginn eine Rolle. Ende März setzte in vielen Märkten eine rasante Erholung ein, die zumindest die Verhältnisse vor dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers im September 2008 wiederherstellte. 2009 standen vielmehr die Wirtschaftskrise und die mit staatlichen Konjunkturhilfen verbundenen langfristigen Risiken im Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Jahreswende 2008/09 war durch einen konjunkturellen Einbruch gekennzeichnet, wie er in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte bisher nie zu beobachten war. Vor allem die großen Industriestaaten rutschten noch tiefer in die Rezession und mussten einen Rekordeinbruch ihrer Wirtschaftsleistung hinnehmen.

Am Jahresende 2009 sieht die Situation weit weniger düster aus. Gestützt durch eine globale Erholung der Exporte, umfangreiche staatliche Konjunkturpakete und eine mehr als expansive Geldpolitik setzte Mitte 2009 auf globaler Basis eine kräftige Erholung ein. Industrieaufträge und -produktion stiegen in den vergangenen Monaten in rekordverdächtigem Tempo. Das Produktionsniveau vor Ausbruch der Krise wird allerdings so schnell trotzdem nicht wieder erreicht. Für das Gesamtjahr 2009 wird immer noch ein Rückgang der realen Wirtschaftsleistung in Deutschland von fast fünf Prozent zu Buche schlagen. Durch die Ausweitung der Kurzarbeit und den Abbau von Überstunden konnten schlimmere Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt bisher vermieden werden. Grundsätzlich gilt aber: Der Arbeitsmarkt ist ein der Konjunkturentwicklung nachlaufender Indikator. Das heißt, die Arbeitslosigkeit steigt in der Regel noch an, wenn sich die Konjunktur bereits wieder in einer Erholungsphase befindet. Gemessen am aktuellen Niveau bei Aufträgen und Produktion stehen immer noch gut eine Million Arbeitsplätze in Deutschland auf der Kippe. Nur bei einer raschen Fortsetzung der Erholung in den kommenden Monaten kann ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit in 2010 noch vermieden werden. Unabhängig davon wird der Tiefpunkt am Arbeitsmarkt wohl erst 2011 erreicht werden.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich der Stabilisierungsprozess an den Finanzmärkten und bei der Konjunktur in 2010 fortsetzen wird. Das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte nach unserer Prognose in Deutschland um gut zwei Prozent wachsen. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass die optisch starke Wachstumsrate vor allem auch aus einem starken zweiten Halbjahr 2009 resultiert. Ohne diesen Wachstumsüberhang aus dem Vorjahr würde die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2010 nur um ein Prozent zunehmen. Nach Auslaufen der staatlichen Konjunkturimpulse dürfte das Wachstum im zweiten Halbjahr 2010 einen starken Dämpfer erhalten. Eine erneute Verschärfung der Finanzkrise ist angesichts der umfangreichen Stützungsmaßnahmen für den Finanzsektor unwahrscheinlich. Der Fokus verlagert sich hier zunehmend auf die Frage, wie ähnliche Krisen in Zukunft vermieden werden können. Bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalsituation von Banken, die in diese Richtung zielen, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Dreht der Gesetzgeber zu frühzeitig oder zu stark an der regulatorischen Schraube, ist ein Engpass bei der Kreditversorgung auch in Deutschland nicht ausgeschlossen.

Die konjunkturell uneinheitliche Entwicklung im Neuen Jahr wird auch an den Rentenmärkten ihre Spuren hinterlassen. Wegen der anhaltend starken konjunkturellen Erholung dürften die mittel- und langfristigen Renditen im Euroraum zunächst anziehen.Wir halten dabei ein Renditeniveau von vier Prozent für zehnjährige Bundesanleihen für erreichbar. Dies dürfte nicht ohne Folgen für die Hypothekenzinsen bleiben. Auf Sicht von drei bis sechs Monaten sollten Investoren und Eigenheimerwerber bei Darlehen mit einer längerfristigen Zinsfestschreibung mit einer Verteuerung rechnen. Im zweiten Halbjahr 2010 dürften die Renditen und Hypothekenzinsen vor dem Hintergrund des von uns erwarteten konjunkturellen Rückschlags dann wieder etwas nachgeben. Das aktuelle Niveau dürfte dabei aber nicht unterschritten werden, zumal die Inflation auf Jahressicht deutlich anziehen sollte und die Notenbanken eine erste Leitzinsanhebung in Auge fassen werden. Mit einer starken Anhebung der Leitzinsen ist unseres Erachtens aber nicht zu rechnen. Daher dürften insbesondere die kurzfristigen Zinsen auch 2010 auf einem historisch niedrigen Niveau verharren. Kreditnehmer sollten aber das Risiko eines stärkeren Inflationsanstiegs im Auge behalten. In diesem Fall könnten die Notenbanken die Leitzinsen sehr viel schneller und stärker anziehen als erwartet, so dass sich auch Hypothekendarlehen mit einer variablen oder kurzfristigen Zinsbindung deutlich verteuern könnten. (Pressemitteilung BHW Bausparkasse)

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