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10.12.2005

Aus für Eigenheimzulage: Keine Panik

Das Aus für die Eigenheimzulage zum 1. Januar 2006 ist beschlossene Sache. Wer eine Wohnung kaufen oder ein Haus bauen will, muss unter Umständen seine Finanzierung nun neu planen.

Angehende Eigentümer, die noch bis Ende des Jahres einen Kaufvertrag unterschreiben oder einen Bauantrag stellen, kommen zwar noch kurz vor Toresschluss acht Jahre lang in den Genuss der staatlichen Förderung. "Doch niemand sollte sich jetzt noch überstürzt für den Bau oder Kauf eines Objektes entscheiden", warnt die Verbraucherzentrale NRW vor einem unüberlegten Run auf die Zulage: Wer unsicher ist, ob ein Eigenheim auch ohne die staatliche Förderung künftig drin ist, kann dies anhand folgender Punkte ermitteln:



  • Eigenheimzulage gibt es nicht für jeden: Wer sich den Zuschuss noch sichern will, muss bis zum 31. Dezember 2005 schriftlich einen Bauantrag stellen oder einen notariellen Kaufvertrag für eine Immobilie abschließen. Anspruchsberechtigt ist nur, wer über ein Bruttoeinkommen im Jahr der Antragstellung und im Vorjahr von weniger als 70.000 Euro (Ledige) bzw. 140.000 Euro (Ehepaar) verfügt. Generell macht die Eigenheimzulage aber nur einen Bruchteil der Kaufsumme aus. Bisher konnten Häuslebauer jährlich einen Fördergrundbetrag von maximal 1.250 Euro einstreichen. Pro Kind erhöhte sich der Anspruch um 800 Euro. Gezahlt wurde die Zulage nur für selbst genutzten, aber nicht für vermieteten Wohnraum. Wer bereits eine Förderung erhält, bekommt sie auch weiterhin.
  • Neujahrsfalle beachten: Wer fest entschlossen ist, noch in diesem Jahr eine Immobilie zu kaufen, müsste eigentlich noch bis Silvester einziehen. Sonst ist die Förderung fürs erste Jahr futsch. Dann werden nur sieben statt acht Jahre gezahlt. In vielen Fällen kann man aber dieses Jahr noch abschließen und vereinbaren, dass man erst im nächsten Jahr Eigentümer wird und ins neue Domizil einzieht.
  • Preise vergleichen und abwarten: A und O beim Immobilienkauf ist auch künftig der Preisvergleich. Experten glauben zudem, dass der Wegfall der Eigenheimzulage dem Immobilienmarkt sinkende Preise beschert. Eine geringere Kaufsumme fängt die wegbrechende Förderung möglicherweise wieder auf

  • Finanzrahmen ermitteln: Wer sein künftiges Eigenheim finanziell auf ein sicheres Fundament stellen will, sollte seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben über mehrere Monate realistisch ermitteln. Monatliche Kaltmiete und Sparrate zusammen addiert geben Aufschluss über den Betrag, der sich künftig als Kreditzins und Tilgung finanziell tragen lässt. Unterm Strich sollte bei den eigenen Berechnungen noch so viel übrig bleiben, dass es sich angenehm davon leben lässt.
  • Höhe des Eigenkapitals: 20 Prozent eigene Mittel sind das Minimum, das Eigenheimbesitzer in spe investieren sollten. Finanziell sicherer ist ein Einstieg mit 30 oder gar 40 Prozent Eigenkapital. Je höher die eigenen Mittel, desto geringer ist die Kreditsumme samt Zinsen, die man über lange Jahre zurückzahlen muss.
  • Niedrige Zinsphase, flexible Tilgung und Sondertilgungen nutzen: Zurzeit werden noch Hypothekendarlehen mit niedrigen Zinsraten angeboten. Doch die Kreditinstitute ziehen ihre Sätze zurzeit wieder an. Ein günstiger Zinssatz allein ist auch kein Garant für eine günstige Finanzierung . Um möglichst alle Fäden selbst in der Hand zu halten, sollten Eigenheimerwerber drei Grundregeln beachten: eine möglichst lange Laufzeit des Kreditvertrags, flexible Tilgungsraten und Sondertilgungen von fünf Prozent pro Jahr. Angesichts der niedrigen Zinsen sind lange Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren günstiger als Laufzeiten von fünf oder zehn Jahren. Außerdem setzt bei einem festverzinslichen Darlehen nach zehn Jahren eine Flexibilisierung ein. Dann kann das restliche Darlehen vorzeitig gekündigt und - falls Kapital vorhanden - zurückgezahlt werden. Wer es sich leisten kann, sollte die Kreditraten zudem mit mindestens zwei Prozent tilgen.
  • Weitere Fördermöglichkeiten prüfen: Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau vergibt zinsgünstige Darlehen. Diese sind mindestens ein Jahr tilgungsfrei. Die Mittel müssen durch die Bank des Immobilienkäufers beantragt werden. Darüber hinaus gibt es auch öffentliche Förderprogramme in den einzelnen Bundesländern. Genauere Informationen zu den jeweiligen Fördermöglichkeiten und Anspruchsvoraussetzungen erhalten Interessenten bei den Gemeinde- und Kreisverwaltungen oder direkt bei ihrer zuständigen Kreditbank. Eigenheimerwerber sollten sich jedoch frühzeitig über ihre Förderaussichten informieren und rasch einen Antrag stellen, bevor mögliche Fördertöpfe leer sind.

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