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19.11.2008

AOK veröffentlicht Fehlzeiten-Report 2008

Seit Jahren gehen die Fehlzeiten in den Betrieben stetig zurück: Wurde 1997 noch jeder Arbeitnehmer durchschnittlich rund 18,5 Kalendertage im Jahr krankgeschrieben, so sind es 2007 nur noch 16,4 Tage.

Trotz der leichten Zunahme des Krankenstands im Jahr 2007 um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent ist keine Trendwende zu vermuten.

Die gesunkenen Krankenstände sind auf Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur, Fortschritte in der Medizin und eine verbesserte Gesundheitsvorsorge in den Betrieben zurückzuführen. In der zehnten Ausgabe des Fehlzeiten-Reports wird deutlich:

Durch betriebliche Gesundheitsförderung können nicht nur krankheitsbedingte Ausfallzeiten reduziert, sondern auch die Produktivität und die Kundenzufriedenheit erhöht werden.

Von einem nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagement, so Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), profitieren somit Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen.

Im Jahr 2007 waren mehr als die Hälfte der 9,8 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmer mindestens einmal krankgeschrieben (51,2 % aller AOK-Mitglieder). Damit hat 2007 jeder Erwerbstätige vom Arzt eine Krankmeldung über durchschnittlich 16,4 Kalendertage erhalten.

Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 18,5 Tagen. Zwischen den einzelnen Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede:

Die niedrigsten Ausfallzeiten liegen mit 2,5 % bei der Datenverarbeitung und mit 3,1 % im Kreditgewerbe, die höchsten Ausfallzeiten werden mit 6,3 % in der Abfall- und Abwasserbeseitigung sowie mit 5,5 % in der Metallerzeugung und -bearbeitung erreicht.

Dies bedeutet, dass Beschäftigte in der Entsorgungsbranche von 365 Tagen im Durchschnitt knapp 23 Tage krank geschrieben waren, Mitarbeiter in der Datenverarbeitung dagegen nur rund neun Tage.

Wie bereits im vergangenen Jahr waren die meisten Ausfalltage auf Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2 %), Verletzungen (12,8 %), Atemwegs- (12,4 %) und psychische Erkrankungen (8,2 %) zurückzuführen.

Die Fehlzeiten in den Betrieben sind seit Jahren stetig zurückgegangen und haben im Jahr 2006 den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht. Trotz der leichten Zunahme des Krankenstands um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5 % im Jahr 2007 ist keine Trendwende in der Krankenstandsentwicklung zu vermuten.

Die Frage, inwieweit betriebliche Gesundheitsförderung einen Einfluss auf die Fehlzeiten in den Betrieben hat, ist Gegenstand der diesjährigen Ausgabe des Fehlzeiten-Reports.

So macht eine im Fehlzeiten-Report 2008 vorgestellte Befragung von 200 Unternehmen deutlich, dass durch betriebliches Gesundheitsmanagement die Kooperation der Belegschaft im Betrieb verbessert, Organisations- und Arbeitsabläufe optimiert und die Belastungen für die Arbeitnehmer abgebaut werden können.

"Erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement kann somit zu einer Senkung der Arbeitsausfälle, Steigerung der Produktivität und Erhöhung der Kundenzufriedenheit führen", so Helmut Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeiten-Report und stellvertretender Institutsleiter des WIdO.

Eine weitere im Fehlzeiten-Report 2008 vorgestellte und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Studie mit über 37.000 befragten Mitarbeitern aus 314 Betrieben zu wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren von Unternehmen bestätigt den großen Einfluss von betrieblichem Gesundheitsmanagement auf den Krankenstand:

Erfolgreiche Unternehmen legen Wert auf eine gute Unternehmenskultur, zu der auch Angebote zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter zählen. In zahlreichen Praxisbeispielen wird belegt, dass sich betriebliche Gesundheitsförderung für Unternehmen lohnt.

Auch Mitarbeiter beurteilen das Engagement ihres Unternehmens in der betrieblichen Gesundheitsförderung positiv:

Die aktuelle repräsentative Arbeitnehmerbefragung des WIdO zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten den Nutzen von Angeboten der betrieblichen Gesundheitsförderung sowohl für das Unternehmen (60,5 %) wie auch für den Beschäftigten (51,8 %) hoch einschätzt.

Der Fehlzeiten-Report, der vom WIdO und der Universität Bielefeld herausgegeben wird, zeigt damit, dass sowohl der Betrieb wie auch der Mitarbeiter von betrieblicher Gesundheitsförderung profitiert. In seinem Schwerpunkt "Betriebliches Gesundheitsmanagement:

Kosten und Nutzen" beschreiben zahlreiche Autoren aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Studienergebnisse und Praxisbeispiele. Wie jedes Jahr werden umfassende Daten und Analysen zu den krankheitsbedingten Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft vorgestellt.

Die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen wird detailliert beleuchtet und aktuelle Befunde und Bewertungen zu den Gründen und Mustern von Fehlzeiten in Betrieben werden beschrieben.

So entstand ein Fachbuch mit einer Mischung aus analytischen Beiträgen, Praxisbeispielen sowie umfassendem Datenmaterial.

Als solches ist es unverzichtbar für Unternehmer, Führungskräfte und Arbeitnehmervertreter sowie für alle, die Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen tragen.

Pressemitteilung der AOK

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