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02.06.2010

AOK Sachsen-Anhalt fordert stringenten Sparkurs

Bundesweit konnte die AOK-Gemeinschaft im Jahr 2009 durch Arzneimittelrabattverträge annähernd 400 Millionen Euro einsparen. In Sachsen-Anhalt lag die Summe im gleichen Zeitraum bei rund 16 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet die AOK bundesweit mit Einsparungen in Höhe von 520 Millionen Euro, in Sachsen-Anhalt liegt der Betrag bei etwa 20 Millionen Euro.

"Unseren Versicherten kommen die Rabattverträge direkt zugute. Wir geben den eingesparten Betrag weiter und garantieren, dass wir bis zum Jahr 2011 keinen Zusatzbeitrag erheben. Ohne Rabattverträge könnten wir diese Garantie unseren Versicherten nicht geben", so Uwe Deh, Vorstand der AOK Sachsen-Anhalt.

Den Versicherten entsteht auch aus medizinischer Sicht kein Nachteil: "Der Austausch von wirkstoffgleichen Medikamenten ist medizinisch unbedenklich, denn das Generikum enthält den gleichen Wirkstoff wie das Originalmedikament. Bei allen Medikamenten handelt es sich um Arzneimittel, die den hohen Sicherheitsstandards des deutschen Arzneimittelmarktes entsprechen", erläutert Juliane Sichting, Apothekerin der AOK Sachsen-Anhalt.

"Anstatt dieses überaus wirksame Instrument tatsächlich in vollem Umfang zu nutzen, werden Rabattverträge auf Kosten unserer Versicherten unterlaufen", bemängelt Deh. Die Apotheken in Sachsen-Anhalt befänden sich im bundesweiten Vergleich bei der Umsetzung der Rabattverträge auf den hinteren Rängen. "

Weil einige Apotheken die Verträge unterlaufen, konterkarieren sie damit die Erfolge ihrer Kollegen. Unseren Versicherten gehen somit Einsparungen verloren, stattdessen kassieren die pharmazeutischen Unternehmen die Gewinne. Wenn die Rabattverträge nicht eingehalten werden, bleibt uns deshalb kein anderer Weg, als die Apothekenrechnungen zu kürzen. Dies werden wir bei den Apotheken, die Rabattverträge unterlaufen, ab Juni tun", so Deh weiter.

Auch für das kommende Jahr betrachtet Deh die Entwicklung der Arzneimittelausgaben mit Sorge: "Von jedem Hundert-Euro-Schein, den die Krankenkassen ausgeben, werden schon heute 18 Euro für Arzneimittel fällig. Und die Kostensteigerungen liegen aktuell bei 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts des für das Jahr 2011 erwarteten Rekorddefizits in der Gesetzlichen Krankenversicherung von bis zu 15 Mrd. Euro ist diese Entwicklung nicht hinnehmbar."

Pressemitteilung der AOK Sachsen-Anhalt - Die Gesundheitskasse

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