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10.03.2010

AOK fordert Kostenbremse für Arzneimittel

Die AOK setzt sich dafür ein, dass die Gelder der Beitragszahler künftig zielgenauer als bisher für gute und innovative Arzneimittel ausgegeben werden. "Wir wollen keine Mondpreise für Scheininnovationen zahlen, also für Medikamente, die zwar nicht besser, aber erheblich teurer sind als bereits vorhandene", stellte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, am Mittwoch (10. März) klar. So sei es vor allem bei patentgeschützten Arzneimitteln dringend notwendig, die jetzige Willkür bei der Preisfestsetzung durch Wettbewerb und Verhandlungsmodelle zu ersetzen. "Deshalb begrüßt es die AOK, dass Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler gute, innovative Arzneimittel preisgünstiger machen will", so Reichelt.

Als positiv bewertet Reichelt das Vorhaben, Regelungen zu nutzen, "die in vielen europäischen Ländern bereits erfolgreich praktiziert werden". So sei es sinnvoll, zwischen sogenannten Solisten - das sind Arzneimittel, für die es keine therapeutische Alternative gibt - und Nicht-Solisten zu unterscheiden und auf die Nicht-Solisten Festbetragsregelungen und kassenindividuelle Rabattverträge anzuwenden. Dazu sei es sinnvoll, die Marktordnungselemente entsprechend auszuarbeiten, sagte Reichelt. "Denn nur eine gute, effektive Marktordnung schafft für alle Marktteilnehmer faire Bedingungen und führt zu guten Wettbewerbsergebnissen für Versicherte wie für Krankenkassen und Pharmaindustrie."

In Deutschland können Pharmaunternehmen derzeit die Preise für ihre Arzneimittel selbst festlegen. Während bei den Nachahmerpräparaten, den sogenannten Generika, eine Konkurrenzsituation besteht und die Krankenkassen über Rabattverträge Preise aushandeln können, sind die Hersteller bei patentgeschützten Arzneimitteln in ihrer Preisgestaltung völlig frei. Die Krankenkassen haben daher bei ihrem Treffen mit Gesundheitsminister Rösler Anfang Februar ein Konzept vorgelegt, um die Preisbildung besser als bisher mit einer Kosten-Nutzen-Bewertung zu verbinden.

Gesundheitsminister Rösler hatte in den vergangenen Wochen mit Vertretern der Krankenkassen und der Pharmaindustrie über Einsparmöglichkeiten bei den Arzneimittelausgaben beraten. Dabei stellte er klar, dass er am Instrument der Rabattverträge festhalten will. Dies unterstützt die AOK. Denn, so AOK-Vorstandschef Reichelt: "Die AOK-Rabattverträge fördern den Wettbewerb und unterstützen den Mittelstand." (Pressemitteilung AOK)

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