Rechtsschutz-Versicherung online vergleichen und sparen

Rechtsschutzversicherung: So wahren Sie Ihre Rechte

Führerschein weg? Ärger mit dem Chef oder Vermieter? Entscheiden Sie selbst, in welchen Bereichen eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll ist.

Hier können Sie günstige Versicherungen entsprechend ihrer individuellen Wünsche vergleichen.

Top-Empfehlungen

DEURAG > Deurag-Vario ALLRECHT > Allrecht Continentale > ConJure-XL

Deurag-Vario
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Allrecht
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ConJure-XL
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*Versicherungsnehmer (Paar ohne Kinder, geb. 1975 und 1980, Arbeitnehmer)
Versichert ist: Privater Bereich, Selbstbeteiligung: 150 €, Vertragslaufzeit: 3 Jahre, Zahlweise: monatlich

Mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht die Rechte als Patient stärken

Mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht die Rechte als Patient stärken Wann macht eine Patientenverfügung Sinn? Warum sollte zusätzlich eine Vorsorgevollmacht ausgestellt werden? Was muss der Verfasser beachten? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Text. mehr...

Wohngebäudeversicherung als Schutz vor dem Ruin

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Versicherungen kündigen - wann und wie?

Ob Auto-, Hausrat-, Haftpflicht- oder Krankenversicherung. Es gibt viele Gründe, sich von einer Versicherung zu trennen: Der Beitrag wird erhöht, die Leistung ist schlecht, die Versicherung begleicht einen Schaden nicht, oder sie wird einfach nicht mehr gebraucht. Wer sich mit den Kündigungsfristen und -voraussetzungen auskennt, vermeidet überflüssige Ausgaben und Wartezeiten. mehr...

Ratgeber

Streitigkeiten vor Gericht können teuer werden Nicht jeder, der im Recht ist, kommt auch zu seinem Recht. Denn wenn es gilt, Ansprüche durchzusetzen, können enorme Kosten entstehen. Es ist ärgerlich, klein beizugeben, nur weil der Gang zu Gericht zu teuer ist. Rechtsschutzversicherungen kommen für diese Kosten auf - zumindest meistens.

Recht haben, heißt nicht, Recht bekommen


Ein Nachbar pflückt Äpfel von Ihrem Baum - Sie klagen. Ihr Vermieter kündigt Ihre Wohnung wegen eines angeblichen Eigenbedarfs - Sie klagen. Ihr Chef feuert Sie fristlos - Sie klagen. Bei einem Verkehrsunfall brechen Sie sich ein Bein und wollen Schmerzensgeld - Sie klagen. Jedes Jahr prozessieren Millionen Deutsche in solchen oder ähnlichen Fällen und müssen dafür zahlen. Für Anwalts-, Gerichts-, Sachverständigen- und Zeugenkosten gehen schnell einige tausend Euro drauf. Es gilt das Prinzip: Wer verliert, zahlt alles. Nur bei Arbeitsgerichten in der ersten Instanz muss jeder seine Kosten selbst tragen. Wer eine passende Rechtsschutzpolice sein Eigen nennt, ist fein raus. Dies trifft immerhin auf jeden zweiten Bundesbürger zu. Rechtsschutzversicherungen zahlen im Versicherungsfall neben dem Honorar für den eigenen Anwalt auch Gerichtskosten, Sachverständigen- und Zeugenentschädigungen. Gegebenenfalls kommen noch Auslagen für einen Gerichtsvollzieher oder für den Prozessgegner hinzu. Da die Versicherer jedoch eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten gar nicht abdecken, ist der Versicherungsfall keineswegs so häufig gegeben, wie manche der Assekuranzen glauben machen wollen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die gängigsten Rechtsschutzpolicen vor, damit Sie selbst sehen können, welche für Sie sinnvoll sind, wann Sie versichert sind und wie Sie im Schadensfall vorgehen sollten.


Privat- und Berufsrechtsschutz


Diese beiden Rechtsschutzversicherungen werden üblicherweise nur zusammen im Paket angeboten und decken sämtliche Bereiche Ihres Privat- und Berufslebens ab. Hierzu gehören beispielsweise der allgemeine Schadensersatz, Belange arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen sowie Absicherungen hinsichtlich des Erbschafts- und Steuerrechts. Die Versicherer unterscheiden dabei zwischen Angestellten und Selbstständigen. Der Schutz für Selbstständige ist nicht nur um einiges teurer: Streitigkeiten im Zusammenhang mit der beruflichen Selbstständigkeit werden im Regelfall nicht übernommen, es sei denn, es werden im Rahmen der selbstständigen Tätigkeit weniger als etwa 6.000 Euro im Jahr verdient. Selbstständige können dafür eine separate Privatrechtsschutz-Police abschließen. Versichert sind Sie selbst, sowie Ihr Ehepartner und alle minderjährigen Kinder. Bei den meisten Policen ist der Nachwuchs standardmäßig mitversichert, solange die Sprösslinge unter 30 Jahre alt und noch nicht berufstätig sind. Tipp: Gewerkschaftsmitglieder genießen im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Regelfall Berufsrechtsschutz.
Versichert ist.. nicht versichert ist...
- Verteidigung in einem Strafverfahren - Vorsätzliche Straftaten, Verbrechen (min. 1 Jahr Gefängnis); Verkehrsdelikte -> Verkehrs-Rechtsschutz
- Verteidigung in Bußgeldverfahren (z.B. Ruhestörung) - Verkehrsdelikte -> Verkehrs-Rechtsschutz
- Vertrags-, Besitz- und Eigentumsstreit - Baurecht generell - Mietrecht (-> Eigentümer- und Mietrechtsschutz)
- Steuerstreit vor Gericht - außergerichtliche Kosten (z.B. Widerspruch des Anwalts bevor Prozess läuft)  
- Streit im Arbeitsrecht (z.B. bei Kündigung) - kollektives Arbeitsrecht (z.B. Betriebsverfassung)
- Streit vor Sozialgericht (z.B Anerkennung von Berufsunfähigkeit) - außergerichtliche Kosten (z.B. Widerspruch durch Anwalt vorher)
- Verteidigung im Disziplinar- und Standesrecht (z.B. Disziplinarverfahren bei Beamten)  
- Beratung im Familien- und Erbschaftsrecht (z.B. Scheidung oder Unterhalt) - gerichtliche Kosten
- Durchsetzung von Schadensersatzanspruch - Abwehr fremder Schadensersatzansprüche ( -> Haftpflichtversicherung)



Rechtsschutz für unterwegs


Der Verkehrs-Rechtsschutz umfasst alle rechtlichen Streitfragen, mit denen Sie im alltäglichen Straßenverkehr konfrontiert werden können. Er greift also nicht nur bei juristischen Streitigkeiten rund um den Führerschein, sondern auch wenn Sie beispielsweise nach einem Autounfall Schmerzensgeld vom Verursacher fordern wollen. Gegen Sie gerichtete Schadensersatzklagen aus dem Verkehrsbereich übernimmt die Kfz-Haftpflicht. Angeboten werden üblicherweise drei Tarifmodelle: Bei einer Fahrzeugversicherung wird ein bestimmtes Auto versichert; jeder, der damit fährt, ist versichert. Beim Fahrerrechtsschutz ist lediglich der Versicherte geschützt - allerdings nur dann, wenn er nicht im eigenen PKW unterwegs ist. Diese Police ist somit für Vielfahrer mit Firmenwagen sinnvoll. Eine Familienrechtsschutzversicherung sichert den Versicherten einschließlich aller Familienmitglieder mit ab - sogar dann, wenn sie mit einem fremden Wagen unterwegs sind. Bei einigen Rechtsschutzversicherungen ist der Versicherte auch als Fußgänger, Fahrradfahrer oder Fahrgast geschützt.
Versichert ist.. nicht versichert ist...
- Verteidigung in einem Strafverfahren (z.B. mit mehr als 1,1 Promille gefahren) - Vorsätzliche Straftaten, Verbrechen (min. 1 Jahr Gefängnis)
- Verteidigung in Bußgeldverfahren (z.B. zu schnell gefahren) - Park- und Halteverstöße
- Verkehrsstreit vor Verwaltungsorganen (z.B. Führerscheinentzug)  
- Steuerstreit vor Gericht (z.B. Klage wegen zu viel Kfz-Steuer) - außergerichtliche Kosten (z.B. Widerspruch des Anwalts bevor Prozess läuft)  
- Durchsetzung von Schadensersatz - Abwehr fremder Schadensersatzansprüche (macht die Kfz-Haftpflicht)
Rentabel erscheint dieser Schutz für alle, die viel mit dem Auto unterwegs und dringend auf ihren Führerschein angewiesen sind. Aber auch für diejenigen, die häufig mit ihrem Pkw ins Ausland reisen, könnte aufgrund unterschiedlicher Rechtslagen und möglicher Sprachbarrieren eine Rechtsschutzversicherung von Vorteil sein. Sie gilt in der Regel in Europa und den angrenzenden Mittelmeerländern.
    Tipp:Automobilclubs bieten häufig sehr günstige Verkehrs-Rechtsschutzpolicen für ihre Mitglieder an.



Rechtsschutz rund ums Wohnen


Miet- und Eigentümer-Rechtsschutzpolicen werden normalerweise nicht einzeln angeboten. Sie sind nur als Ergänzung zum Privatrechtsschutz erhältlich. Aber Achtung, liebe Häuslebauer: Streitigkeiten rund ums Bauen (wie beispielsweise Grunderwerb, Handwerkerrechnungen etc.) sind nicht mitversichert. Für jeden Vermieter sollte dieser Schutz obligatorisch sein. Es gibt schließlich kaum ein Rechtsgebiet, in dem so viel geklagt wird wie beim Mietrecht. Auch für Mieter kann sich eine Versicherung lohnen. Wer sich jedoch nur in Mietsachen absichern will, der sollte sich an einen Mieterverein wenden. Die Mitgliedschaft beinhaltet im Regelfall auch den Mietrechtsschutz. Anders sieht es aus, wenn eine Privatrechtsschutz-Police bereits besteht oder in Frage kommt. Es ist im Regelfall günstiger, diese Policen mit dem Mietrechtsschutz zu ergänzen, als Mitglied im Mieterverein zu werden.
Versichert ist.. nicht versichert ist...
- Rechtsstreit wg. Miete und Immobilien - Immobilien: Planung, Errichtung, Umbau; - Bergbauschäden; - Bau-und Entschädigunsrecht
- gerichtlicher Steuerstreit wg. Wohnraum: z.B.: Bei Fehlbelegungsabgabe - steuerl. Bewertung von Grundstücken, - Erschließungs- und Anliegerabgaben, - außergerichtliche Anwaltstätigkeiten



Vorsicht - Nicht alles wird übernommen


Die beste Versicherung ist überflüssig, wenn sie im Schadensfall nicht zahlt. Deshalb sollten Sie sich im Klaren sein, dass nicht jeder Fall von einer Rechtsschutzversicherung übernommen wird. Generell ausgeschlossen sind alle juristischen Auseinandersetzungen mit der eigenen Rechtsschutzversicherung, von mitversicherten Personen untereinander oder mit dem Versicherungsnehmer. Vorsätzlich begangene Straftaten, Spiel- und Wettverträge, Spekulationsgeschäfte und das gesamte Gesellschafts- und Baurecht werden von keiner Versicherung gedeckt. In letzter Zeit häuften sich so genannte "Anlegerklagen". Viele Kleinaktionäre prozessierten nach der geplatzten Börseneuphorie. Ob diese Klagen von Rechtsschutzversicherungen bezahlt werden müssen, war lange strittig. Inzwischen tendiert die Rechtssprechung in diese verbraucherfreundliche Richtung. Daraufhin haben viele Versicherungen die allgemeinen Bedingungen so verändert, dass solche Prozesse zukünftig nicht mehr übernommen werden müssen. Hier hilft nur ein Blick ins Kleingedruckte. Aufpassen sollten Sie, wenn von "Beratungs-Rechtsschutz" die Rede ist. Dabei übernimmt die Versicherung die Kosten für ein Gespräch beim Anwalt. Landet die Sache jedoch vor einem Gericht, dürfen Sie selbst zahlen. Beim Erb- und Familienrecht gibt es so gut wie keine Versicherung, die mehr als diesen "Beratungs-Rechtsschutz" anbietet - mit einer Ausnahme. Bei Steuerstreitigkeiten übernehmen die meisten Versicherungen dagegen nur die Gerichtskosten. Auslagen, die außerhalb eines Prozesses entstanden sind - zum Beispiel Widerspruch durch einen Anwalt -, müssen Sie selbst tragen. Die meisten Rechtsschutzpolicen sehen eine Wartezeit von drei Monaten vor. Das bedeutet, dass Fälle in den ersten drei Monaten nach Versicherungsabschluss nicht bezahlt werden. Das Motiv liegt auf der Hand: Keine Versicherung möchte einen Kunden gewinnen, der schnell noch eine Police abschließt, wenn "Ärger in der Luft liegt". Nur beim Verkehrs-Rechtsschutz gibt es üblicherweise keine Wartezeiten. Keine Chance auf eine Kostenübernahme haben Sie auch, wenn der Schaden vor dem Versicherungsbeginn eingetreten ist. Ebenfalls ausgeschlossen sind Fälle, in denen es objektiv betrachtet kaum Erfolgsaussichten gibt. Genau bei diesen beiden Ausschlussgründen steckt der Teufel jedoch im Detail. Tipp: Können Sie jedoch eine Vorversicherung nachweisen und schließt sich die neue Versicherung unmittelbar an, wird regelmäßig auf die Wartezeit verzichtet. Dies setzt jedoch vorraus, dass beim Vorversicherer das gleiche Risiko bereits versichert gewesen ist und ein nahtloser Anschlussvertrag abgeschlossen wurde.


Bestehende Policen prüfen!


Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat mehrfach Musterbedingungen für Rechtsschutz-Versicherungen herausgegeben. Diese sind jedoch nicht bindend für die Anbieter, obwohl sich die Verträge meist stark an ihnen orientieren. Wer bereits seit längerem eine Police besitzt, sollte das Kleingedruckte noch einmal prüfen, denn die Konditionen haben sich teilweise erheblich geändert.
    Beispiel: Sie haben sich einen Schrank gekauft, von dem Sie nicht wussten, dass er mit krebserregenden Mitteln behandelt wurde. Einige Zeit später schließen Sie eine Rechtsschutzpolice ab. Sie bekommen Krebs und wollen nun den Verkäufer des Schranks, bzw. den Hersteller des Mittels verklagen. Bei Verträgen, die vor 1994 abgeschlossen wurden, hätten Sie Schwierigkeiten, Ihr Vorhaben durchzusetzen.
Es kommt auf die Ursache des Schadens an. Verursacht wurde die Krankheit durch den Kauf des Schranks bzw. durch dessen Behandlung mit einem krebserregenden Mittel. Die Ursache liegt also in der Zeit vor Versicherungsbeginn. Sie müssten deshalb selbst zahlen. Bei Verträgen, die nach 1994 abgeschlossen wurden, ist üblicherweise nicht die Ursache, sondern der Schaden selbst maßgeblich. Sie wären daher versichert. Tipp: Wenn in Ihrem Vertrag "Keine Einrede der Vorvertraglichkeit" steht, sind Sie auf der sicheren Seite. Ansonsten sollten Sie sich überlegen, Ihre bestehende Versicherung zu kündigen und eine neue abzuschließen. Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, wann ein Fall Erfolgsaussichten hat. Denn nur wenn diese gegeben sind, zahlt die Versicherung. Wenn Sie (und Ihr Anwalt) glauben, dass es gute Chancen gibt, einen Prozess zu gewinnen, Ihre Versicherung aber nicht, kann es zu Problemen kommen. Um diese Situation zu lösen, gibt es zwei Verfahren. Beim Stichentscheid hat Ihr Anwalt das letzte Wort - gut für Sie. Ungünstiger wäre ein Schiedsgutachten: Ein "unabhängiger Gutachter" prüft die Erfolgschancen. Sieht er gute Chancen, zahlt die Versicherung. Sieht er keine oder geringe, dürfen Sie nicht nur Ihren Anwalt selbst bezahlen, sondern müssen auch für die Gutachterkosten aufkommen. Neuere Policen sehen meist einen Stichentscheid vor. Ebenfalls wichtig sind die Deckungssummen. Sehr alte Policen zahlten oft nicht mehr als 50.000 DM (circa 25.000 Euro) pro Fall. Heute betragen die vereinbarten Versicherungssummen meist zwischen 200.000 und 250.000 Euro. Wer viel auf Reisen ist, sollte auf weltweiten Schutz achten. Dies ist bei aktuellen Policen Standard - alte Policen gelten meist nur in Europa oder gar nur in Deutschland. Alte Familienversicherungen schlossen uneheliche Partnerschaften nicht ein - auch das hat sich geändert. Generell gilt, dass bestehende Verträge, die älter als drei Jahre sind, auf ihre Aktualität überprüft werden sollten. Die heutigen Bedingungen sind meist kundenfreundlicher.


Schutz individuell anpassen


Bei einer Krankenversicherung beispielsweise ist es nahe liegend, sich gegen möglichst alle Gesundheitsrisiken abzusichern; eine Rechtsschutz-Versicherung für alle versicherbaren Rechtsgebiete ist jedoch für die wenigsten sinnvoll. Wer zum Beispiel kein Auto hat und nie verreist, braucht keinen Verkehrsrechtsschutz, Arbeitslose oder Rentner keinen Berufsrechtsschutz. Ebenso wenig eignet sich eine Rechtsschutz-Versicherung für Familien- und Unterhaltsrecht bei Singles - obwohl es auch Alleinstehenden freisteht, diese abzuschließen. Es gibt allerdings sehr wenige Anbieter für diese Extrapolice. Weit verbreitet sind hingegen so genannte "Opfer-Rechtschutz-Policen". Wer Opfer einer Straftat wird, bekommt die Kosten für eine Nebenklage erstattet. Nebenkläger haben jedoch kaum Einfluss auf den Verlauf von Strafprozessen. Die Hauptklage gegen den Täter führt immer der Staatsanwalt. Wenn dieser Schutz ohne Mehrkosten zu haben ist, ist nichts dagegen einzuwenden. Es ist jedoch davon abzuraten, gegen Mehrkosten eine zusätzliche Opfer-Police abzuschließen. Rechtsstreit und Kündigung Wenn es nun zu einem Rechtsstreit kommt, sollten Sie als erstes einen Fachanwalt in Ihrer Nähe finden. Bevor Sie konkrete Schritte einleiten, sollten Sie sichergehen, dass die Versicherung zahlt. Sie selbst können eine Deckungszusage bei der Versicherung einholen. Oft ist es jedoch günstiger, wenn dies der Anwalt macht. Juristen können die Sachlage häufig in einem für Sie günstigeren Licht schildern. Viele Anwälte holen die Zusage der Versicherung kostenlos ein. Wenn die Versicherung eine Zahlung verweigert, haben Sie ein außerordentliches Kündigungsrecht. Das gleiche gilt, wenn die Beiträge steigen. Dafür haben Sie einen Monat Zeit. Umgekehrt darf die Versicherung kündigen, wenn es innerhalb von zwölf Monaten zu mehr als einem Rechtsschutzfall kam. Die Policen haben in der Regel eine Laufzeit von einem Jahr. Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt üblicherweise drei Monate. Wenn nicht nach neun Monaten eine Kündigung zum Ende der Laufzeit eingereicht wird, verlängert sich der Vertrag um ein Jahr. Oft werden auch längere Laufzeiten von bis zu zehn Jahren mit günstigeren Jahresbeiträgen angeboten. Ob diese allerdings empfehlenswert sind, ist zweifelhaft. Ein Wechsel zu günstigeren Anbietern ist während der Laufzeit äußerst schwierig.


Kosten und Alternativen


Die Kosten einer Rechtsschutz-Versicherung hängen hauptsächlich vom gewünschten Leistungsumfang ab. Pakete sind vergleichsweise günstiger als Einzel-Policen. Häufig beinhalten diese Pakete jedoch Rechtsschutz in Bereichen, wo gar keiner benötigt wird. Daher sollten Paketangebote am besten immer mit dem gewünschten Schutz durch Einzel-Policen verglichen werden. Überlegenswert ist auch, ob eine Selbstbeteiligung hinzu kommt oder nicht. Bei einem Selbstbehalt von beispielsweise 150 Euro müssen Sie sich bei jedem Rechtschutzfall mit dieser Summe beteiligen. Die übrigen Kosten übernimmt die Versicherung. Generell gilt: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger sind die Versicherungsprämien. Auch die persönliche Lebenssituation kann einen Einfluss haben. Beamte kommen meist in den Genuss von vergünstigten Beiträgen. Spezielle Single-Tarife sind preiswerter als der Normaltarif. Selbstständige müssen zumindest bei einer Privat-Rechtsschutz-Police mit deutlich höheren Beiträgen rechnen. Wer keinen Rechtsschutz hat und dringend Rechtsbeistand braucht oder in einen Prozess verwickelt wird, für den bieten sich verschiedene Finanzierungs-Alternativen. Zunächst einmal gibt es staatliche Beratungs- und Prozesskostenhilfe. Diese Hilfen werden von Gerichten gewährt, wenn die Bezahlung eines eigenen Anwalts außerhalb Ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten liegt. Je nach Einkommen muss aber alles oder ein Teil der Hilfe in Raten zurückgezahlt werden. Wenn Sie allerdings in einem Zivilprozess verlieren, müssen Sie auch die Auslagen des Gegners übernehmen. Eine Rechtsschutzversicherung würde auch diese Kosten tragen. Das offizielle Formular zur Beantragung der Prozesskostenhilfe finden Sie im Internet auf den Seiten des. Bundesministeriums der Justiz Eine zweite Möglichkeit bieten Prozesskosten-Finanzierer. Solche kommerziellen Unternehmen können die Kosten Ihres Prozesses übernehmen. Natürlich ist das nicht kostenlos: Zwischen 20 und 30 Prozent der erstrittenen Summe erhält der Prozessfinanzierer, wenn Sie gewinnen. Verlieren Sie wider Erwarten, zahlt der Finanzierer auch die Kosten des Gegners. Das ist auch der Grund, warum diese Firmen nicht jeden Prozess finanzieren: Erstens müssen sehr gute Erfolgsaussichten bestehen. Zweitens sollte der Streitwert vor Gericht mindestens fünfstellig sein. Wenn Ihr Prozessgegner nicht zahlungskräftig ist, winken die meisten Prozessfinanzierer ebenfalls ab. Schließlich gibt es dort nichts zu holen. Zu einer dieser Alternativen sollte in Anbetracht der Kosten nur gegriffen werden, wenn kein Weg an einem Prozess vorbeiführt. Mit einer Rechtsschutzversicherung stehen Sie in jedem Fall besser da.